Kosten-Erlös-Schere alarmiert Wellpappenindustrie

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Wellpappenzuschnitt (Quelle: VDW)

Darmstadt — Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW) zeigen sich alarmiert durch die immer stärker auseinanderlaufende Entwicklung der Preise für Wellpappe und der Kosten für Wellpappenrohpapier. Den seit 2012 im Schnitt deutlich steigenden Papierpreisen stehen im gleichen Zeitraum stagnierende Erlöse für Wellpappenprodukte gegenüber. „Die Kosten-Erlös-Schere öffnet sich immer weiter, für die Branche ist die Belastungsgrenze erreicht“, sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des VDW.

Rund die Hälfte der gesamten Kosten entfallen in der Wellpappenindustrie auf die Rohstoffe. Bei dem mit Abstand wichtigsten Rohstoff, dem Wellpappenrohpapier, haben die Wellpappenhersteller seit Anfang 2012 eine Verteuerung von 12,9 Prozent gegenüber dem Stand von Ende 2011 verkraften müssen – auch als Folge der politisch gewollten Energiewende und der damit verbundenen Energiekostensteigerungen bei der Papierproduktion. Gleichzeitig sanken die Preise für Wellpappenprodukte sogar leicht. Die durchschnittlichen Erlöse der Wellpappenhersteller lagen 2011 noch bei 54,6 Cent pro Quadratmeter und sind seitdem auf 53,2 Cent gefallen. Wolfrum: „Bei sinkenden Erlösen und deutlich steigenden Kosten sind unsere Mitglieder inzwischen mit negativen Deckungsbeiträgen konfrontiert.“

Besser als die Erlöse entwickelten sich die abgesetzten Mengen der Wellpappenhersteller. 2012 betrug das arbeitstäglich bereinigte Absatzplus nur 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 2013 waren es bereits 2,1 Prozent. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die VDW-Mitglieder bereits 1,5 Prozent mehr abgesetzt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die gute Absatzentwicklung reicht aber nicht aus, um die Kostensteigerungen zu kompensieren. „Obwohl unsere Mitglieder immer mehr absetzen, steigt der Kostendruck. Der seit 2012 andauernde Preisanstieg bei den Rohpapieren wurde bisher nahezu vollständig von den Wellpappenherstellern getragen.“ Marktbeobachter rechnen daher in den nächsten Monaten mit steigenden Preisen für Wellpappe.

Quelle: Verband der Wellpappen-Industrie e.V.