IKB erwartet Preisgleichheit von Primär- und Sekundäraluminium

2072
Aluminium-Shredder (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Bis Ende Oktober 2014 stieg die globale Produktion von Primäraluminium um gut 3 Prozent. Die IKB Deutsche Industriebank prognostiziert daher für das Gesamtjahr 2014 einen Zuwachs auf rund 51 Mio. t, 2015 werden wohl 51,5 Mio. t erreicht. China (+8 Prozent) und die Golfregion (+23 Prozent) expandierten, die übrigen Regionen reduzierten ihren Ausstoß zum Teil kräftig. Westeuropa dürfte 2014 weitgehend stagnieren.

Insgesamt erwartet die IKB 2014 einen im Vergleich zu 2013 verringerten Angebotsüberschuss. Die globale Nachfrage nach Primär- wie auch Sekundäraluminium zieht weiter an. Bei einer zu erwartenden Nachfrage von rund 67 Mio. t Aluminium wird rund ein Viertel durch Sekundäraluminium gedeckt. Im Fahrzeugbau kommt es in den nächsten drei Jahren zu einem Anstieg des Aluminiumeinsatzes von durchschnittlich 20 kg je Light Vehicle.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich seit Jahresanfang um 1,1 Mio. t reduziert: Sie liegen nun bei rund 4,3 Mio. t. Trotzdem kam es zum Teil zu sehr langen Auslieferzeiten, welche für die Verarbeiter von hohen Preisaufschlägen auf die Börsennotierung begleitet waren. An der SHFE betragen die Bestände rund 225.000 t. Die Lagervorräte (inklusive Vorprodukte und Halbfabrikate) bei den Herstellern wurden zuletzt mit rund 2,5 Mio. t beziffert. Damit ist die Versorgung unverändert sehr gut. Die Bestände reichen für 50 Tage. Der Angebotsüberschuss dürfte 2014 weiter sinken. Die LME-Bestände an Sekundärlegierungen betragen nur noch knapp 27.000 t. Im Verlauf der nächsten drei Monate sieht die IKB eine Fortsetzung des Lagerabbaus.

Die Aluminiumpreise haben im Verlauf des November 2014 zwischen 2.000 und 2.100 US-$/t oszilliert. Der Abbau der Lagerbestände wirkte stabilisierend. Die investive Nachfrage brach dagegen ein: Die Zahl der Handelskontrakte bewegte sich um den Wert vom Jahresanfang 2014. Die anziehende physische Nachfrage vor allem der Fahrzeugindustrie nach Aluminium ist bei dem jetzigen Angebot zu befriedigen. Engpässe treten nach Ansicht der IKB frühestens in zwei Jahren auf, was temporär hohe Preisaufschläge für prompte Lieferungen aber nicht ausschließt. Bis Ende März 2015 prognostiziert diie Bank eine Preisbewegung für Primäraluminium um rund 2.000 US-$ je t in einem Band von +200 US-$ je t. Die Preisdifferenz der Sekundärlegierung ist mittlerweile eingeebnet. Deren Preise dürften sich in den nächsten Monaten um die Primärnotierung bewegen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank