IKB: Steigende Notierungen am Nickelmarkt im zweiten Quartal 2015 erwartet

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Foto: Wikimedia/René Rausch

Düsseldorf — Der weltweite Nickelmarkt hat 2014 ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Im ersten Halbjahr 2014 führten indonesische Exportbeschränkungen für NPI (NPI: Erze mit geringem Nickelgehalt) zu einem Preisanstieg. Die Folge war u. a. eine Ausweitung der investive Nachfrage. Nachdem sich zeigte, dass Chinas NPI-Bestände wohl bis ins Frühjahr 2015 reichen, kam es zu einer Kurskorrektur. Hierzu hat auch die Aufstockung der Lagerbestände an der LME auf gut 404.000 Tonnen beigetragen. Sie entsprechen damit dem Bedarf von zwei Monaten, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Sie erwartet bei den Nickelpreisen bis Ende des ersten Quartals 2015 Notierungen in einem Band von 2.000 US-$ je Tonne um 17.000 US-$ je Tonne. Im zweiten Quartal sollten dann bei Aufrechterhaltung der Exportbeschränkungen die Notierungen anziehen.

Nachdem 2013 mit einem Ausstoß von 10,8 Mio. Tonnen Ferrochrom ein neuer Rekord erzielt wurde, ist die Versorgung mit Ferrochrom auch gegen Jahresende 2014 unverändert gut. China dürfte sein Vorjahresvolumen von 4 Mio. Tonnen deutlich übertreffen, weshalb sich ein hoher Angebotsüberschuss ergibt. Südafrikas Minen kämpfen aktuell mit Stromversorgungsproblemen. Daher gelingt die beabsichtigte Marktanteilsausweitung Südafrikas nicht. Der prognostizierte Angebotsüberschuss dürfte die Preise auch zum Jahresbeginn 2015 flach halten. Marktteilnehmer in China berichten derzeit von einer Preisstabilisierung, das Ende der Rabattschlacht sei erreicht. Die IKB sieht bis Ende März 2015 eine Preisbewegung um 2 US-$ je lb in einer Bandbreite von 0,2 US-$ je lb.

Die Versorgung mit Ferromolybdän galt im Verlauf des zweiten und Anfang des dritten Quartals 2014 als knapp. Mittlerweile wird der Markt jedoch als überversorgt angesehen. Unverändert hoch ist die Molybdännachfrage, und dürfte es auch 2015 bleiben. Die höhere Edelstahlproduktion sollte 2015 einen anziehenden Bedarf an Ferromolybdän bewirken. Aktuell wird diskutiert, ob es 2015 zu einer Reduktion der chinesischen Exportquoten für Molybdän bzw. eine Anhebung der darauf erhobenen Ausfuhrzölle kommt. Dies würde zu einer Korrektur des zuletzt erreichten Preisniveaus führen. Die IKB erwartet bis Ende März 2015 den Ferromolybdänpreis bei rund 26 US-$/kg mit einer Bandbreite von 4 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank