IKB: Schrottpreise gaben im November um bis zu 15 €/t nach

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Stahlschrott (Foto: Kürth/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Im November 2014 gaben die Schrottpreise je nach Sorte um bis zu 15 €/t nach. Ursache war vor allem der Einbruch der Exporte in die Türkei. Die türkische Stahlproduktion leidet einerseits unter geringer Nachfrage aus wichtigen Abnehmerländern wie Syrien und Irak,andererseits auch unter den Halbzeugausfuhren Chinas in den Nahen Osten. Auch die Orders aus den europäischen Nachbarländern inklusive Italiens waren relativ gering, meldet de IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Unverändert drücken jedoch die niedrigen Spotpreise bei Eisenerz auf den Schrottpreis. Dieser Druck wird auch vorerst anhalten. Die neuen Kapazitäten der Eisenerzminen werden erst im Verlauf des Jahres 2016 am Markt untergebracht sein. Insgesamt war die Nachfrage der deutschen Werke nach Schrott verhaltener, aber nicht schlecht. Die IKB sieht zu Jahresbeginn 2015 einen leichten Preisanstieg von ca. 10 €/t.

Die Weltrohstahlproduktion erhöhte sich bis Ende Oktober 2014 um rund 2 Prozent. Für das Gesamtjahr sieht die IKB einen Ausstoß von rund 1,68 Mrd. t Rohstahl, für 2015 dann von 1,75 Mrd. t. China dürfte rund 820 Mio. t Rohstahl erzeugen. Während der nordamerikanische Markt nur leicht wachsen dürfte, ist in Lateinamerika ein Rückgang zu erwarten. Osteuropa ist infolge des Einbruchs in der Ukraine rückläufig. Der Ausstoß in der EU 28 (+3 Prozent) zog wieder an. Impulse kommen von der Wiederbelebung in Frankreich, Spanien und UK. Deutschland könnte im Gesamtjahr seine Tonnage um bis zu 3 Prozent ausweiten: Für 2014 hält die IKB eine Tonnage von ca. 43 Mio. t. für möglich Die konjunkturelle Belebung im Jahr 2014 wird im Inland vor allem durch die Nachfrage der Automobilindustrie sowie der Bauwirtschaft getragen.

Die Weltstahlpreise gaben im November 2014 nach. Bei einigen Güten lagen die Preisnachlässe bis zu 2,5 Prozent. Innerhalb Europas waren Preisrücknahmen unter 1 Prozent zu verzeichnen; lediglich Bewehrungsstahl gab um 2,5 Prozent nach. Die Spotmarktpreise für Eisenerz fielen im Monatsverlauf weiter. Auch 2015 ist von einer sehr guten Erzversorgung auszugehen. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2016 wird der Eisenerzmarkt balanciert sein. Die Exporte von Stahlhalbzeug aus China in Richtung Naher Osten und Türkei dürften mindestens auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Dies bringt die Preise in dieser Region unter Druck und strahlt auch nach Europa aus. Bei den Weltstahlpreisen soll in den nächsten zwei Monaten mit einem leichten Rückgang von bis zu 2 Prozent zu rechnen sein; in Europa erwartet die IKB auf Euro-Basis einen Anstieg von rund 1 Prozent.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank