Remedica: Reclay startet österreich-weites Rücknahmesystem für Altmedikamente

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Tabletten (Foto: ©I-vista /http://www.pixelio.de)

Wien, Österreich – Ab dem 1. Januar 2015 bietet die Reclay Österreich GmbH das erste österreichweite Rücknahme- und Verwertungssystem für Altmedikamente gemeinsam mit Apotheken an. Das Unternehmen arbeitet dabei mit Kwizda Pharmahandel, einem der größten Apothekenpartner des Landes, zusammen.

Seit mehr als zwanzig Jahren lässt sich eine stetig wachsende Anzahl an Arzneistoffen in Oberflächengewässern, im Grundwasser und vereinzelt sogar im Trinkwasser nachweisen. Mittlerweile befinden sich mehr als 150 verschiedene Arzneistoffe in der Umwelt, zwei Dutzend von ihnen werden als gefährlich für Organismen eingestuft. Bereits seit 2004 fordert die Europäische Union daher die Einführung entsprechender Sammelsysteme in ihren Mitgliedstaaten. Bislang fehlte es jedoch in Österreich an einem konsumentenfreundlichen System.

Vorreiterrolle in Europa

„Mit Remedica Österreich, dem ersten flächendeckenden und verbraucherfreundlichen Rücknahmesystem für Altmedikamente, möchten wir diese Lücke schließen und mögliche Schäden für Mensch und Umwelt gar nicht erst entstehen lassen“, erklärt Walter Tanzer, Geschäftsführer der Reclay Österreich GmbH. „Österreich kann so eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.“ Das auf die Rücknahme und Verwertung von (Verpackungs-)Abfällen spezialisierte Unternehmen kooperiert bei Remedica Österreich mit dem zweitgrößten Pharmagroßhändler des Landes.

Die Kwizda Pharmahandel GmbH beliefert die teilnehmenden Apotheken mit speziellen Sammelsäcken und holt diese bedarfsgerecht wieder ab. Anschließend gewährleistet Reclay Österreich eine sichere und umweltverträgliche Entsorgung in behördlich dafür genehmigten Müllverbrennungsanlagen. Gleichzeitig werden alle teilnehmenden Apotheken mit Informationsmaterialien ausgestattet. Eine breit angelegte Aufklärungskampagne soll den Verbraucher darüber hinaus für den richtigen Umgang mit Altmedikamenten sensibilisieren.

Produzentenverantwortung nachkommen

„Oft wissen Konsumenten nicht, dass falsch entsorgte Arzneimittel zum Risiko für Mensch und Umwelt werden können. Viel zu viele Medikamente werden einfach in den Abfluss gekippt und gelangen so ins Abwasser. Auch stellen frei zugängliche Arzneimittel in Abfallbehältern ein Risiko dar, vor allem für Kinder oder Drogenabhängige“, erläutert. „Mit Remedica Österreich wird es dem Verbraucher so einfach wie möglich gemacht, seine Altmedikamente sicher und umweltgerecht zu entsorgen. Gleichzeitig bietet das System der Pharmaindustrie die Möglichkeit, ihrer Produzentenverantwortung stärker nachzukommen“, urteilt Thomas Brosch, Geschäftsführer der Kwizda Pharmahandel GmbH.

Remedica Österreich wurde gestern im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie der Österreichische Apothekerverband begrüßen Initiativen zur flächendeckenden Arzneimittelentsorgung.

Quelle: APA-OTS