Strabag Umwelttechnik GmbH eröffnet Gipsrecycling-Anlage für 50.000 t/Jahr

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Gipsrecycling-Anlage in Deißlingen (Foto: Quelle: Strabag Umwelttechnik GmbH)

Düsseldorf — Vor wenigen Tagen hat die Düsseldorfer Strabag Umwelttechnik GmbH, Düsseldorf eine neue Gipsrecycling-Anlage in Deißlingen im Beisein des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller eingeweiht. Sie dient der Gewinnung von hochwertigem Gipspulver aus Baustoffabfällen, ist die erste Anlage ihrer Art in Baden-Württemberg und die zweite in Deutschland.

Gipshaltige Baustoffe sind, zum Beispiel beim Innenausbau von Gebäuden, sehr beliebt. Zum Problem werden sie erst, wenn sie nach Abbrüchen, Neu- oder Umbauten als Bauschutt entsorgt werden müssen. Da der wasserlösliche Gips bei fehlender Abdichtung einer Deponie ins Grundwasser gelangen und dieses belasten kann, darf längst nicht jede Deponie gipshaltige Baustoffabfälle annehmen. In der Folge werden die Abfälle oft über weite Strecken zu geeigneten Deponien transportiert.

Abgesehen von den negativen wirtschaftlichen Aspekten dieses Vorgehens kann sich ein zu hoher Gipsanteil auch bei der Verwertung in Recyclingbaustoffen als nachteilig erweisen. Er zieht Wasser an, was dazu führt, dass sich das im Gips enthaltene Calziumsulfat ausdehnt. Wird Recyclingmaterial mit einem zu hohen Gipsanteil im Tiefbau eingesetzt, kann sich (aufgrund des quellenden Sulfats) der Unterbau von Straßen, Wegen und Verkehrsflächen aufblähen, und die Asphaltbeläge können aufplatzen. Eine sachgerechte Auf- bereitung von Gipsabfällen ist daher dringend erforderlich – auch zum Schutz von Ressourcen und Umwelt.

Vor diesem Hintergrund hat die Strabag Umwelttechnik GmbH mit der Gipsrecycling-Anlage in Deißlingen ein für Baden-Württemberg einzigartiges Pilotprojekt auf den Weg gebracht. Im Rahmen der mechanischen Aufbereitung und Behandlung können dort bis zu 50.000 Tonnen Gips- und Gipskarton-Abfälle pro Jahr , den Anforderungen der Bauindustrie und dem Umweltschutzgedanken entsprechend, einem „echten“ Recycling zugeführt werden: Während der Aufbereitung werden die Papieranteile und weitere Anhaftungen vom Gips getrennt. Dabei entsteht ein sortenreines Gipspulver mit qualitativ hochwertigen Eigenschaften. Das Pulver hat den Status eines Produkts und kann z. B. bei der Herstellung neuer Gipskartonplatten verwendet werden, die dann bei Bauprojekten wieder zum Einsatz kommen.

Quelle: Strabag Umwelttechnik GmbH