Heraeus Innovationspreis für Verfahren zur Rückgewinnung von Kat-Palladium

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Preisträger Produktinnovationen: Dr. Christoph Roehlich (Foto: Heraeus)

Hanau — Vor wenigen Tagen hat Heraeus in einer festlichen Feierstunde in Hanau zum 12. Mal den Innovationspreis für die besten Produkt- und Prozessinnovationen verliehen. Dr. Christoph Röhlich und sein Team von Heraeus Precious Metals (HPM) gewannen bei den „Prozessinnovationen“ für einen neuartigen Recyclingprozess bei Palladium-haltigen Katalysatoren. Diese werden zur Herstellung der Grundchemikalie Monoethylenglykol als Basis für Polyester und PET-Flaschen benötigt. Dem Entwicklerteam gelang durch ein innovatives Löseverfahren erstmals ein nahezu vollständiges Recycling der gebrauchten Katalysatoren, sowohl des Palladiums als auch des kugelförmigen Katalysatorträgers.

Monoethylenglykol (MEG) ist eine Grundsubstanz für eine Reihe wichtiger moderner Materialien, z. B. für Polyester oder PET. Der weltweite Jahresbedarf an MEG beträgt über 20 Millionen Tonnen. Der Bedarf wächst allein in China jährlich um sieben Prozent. Eine Rohstoffquelle für MEG sind die dortigen Kohlevorkommen. Bei der Umwandlung von Kohle zu MEG sind Palladium-haltige Katalysatoren beteiligt. Durch die Einführung dieses Verfahrens in China fallen große Mengen an verbrauchten Katalysatoren zum Recycling an.

Dr. Christoph Röhlich und sein Team haben nun ein innovatives Recycling-Verfahren entwickelt, bei der das Palladium in mehreren aufeinanderfolgenden Prozessschritten vom Katalysatorträger gelöst und zu fast 100 Prozent zurückgewonnen werden kann. Wichtiger Nebeneffekt: Beim sonst üblichen Verfahren wird der Katalysator bei über 1200 °C aufgeschmolzen, wobei das Trägermaterial zerstört wird. Nicht so beim innovativen Recyclingverfahren: „Der kugelförmige Katalysatorträger wird unverändert zurückerhalten, ist von allen Fremdstoffen befreit und kann nach Trocknung zur Produktion neuer Katalysatoren eingesetzt werden“, beschreibt Christoph Röhlich das nahezu vollständige „Recycling“ des gebrauchten Katalysators.

Die Siegerteams wurden von der Heraeus Geschäftsführung, CEO Jan Rinnert und COO Rolf Najork, ausgezeichnet. Beide lobten die 16 eingereichten Projekte der Heraeus Entwickler und würdigten die herausragenden Teamleistungen der diesjährigen Finalisten des Innovationspreises. „Erfolgreich sind immer die Teams, bei denen verschiedene Kompetenzen zusammen kommen und die eine kritische Atmosphäre für Innovationen schaffen. Diese Diversität ist ein Katalysator für Innovationen“, sagte Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung Heraeus Holding. Und Rolf Najork, Mitglied der Heraeus Geschäftsführung, betonte: „Teamarbeit, also das Nutzen der Erkenntnisse über den gemeinsamen Markt und der gemeinsamen technischen Fähigkeiten, ist der absolute Schlüssel zum Erfolg, um in der Technologieliga ganz oben zu spielen.“

Quelle: Heraeus Holding GmbH