Gemeinschaft für textile Zukunft – für nachhaltige Nutzung von Alttextilien

1715
Quelle: Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ)

Berlin — Die nachhaltige Nutzung von Textilien und die damit verbundene hochwertige Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien – das sind die Ziele, welche die Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ) verfolgt. Die Gründung der Gesellschaft bürgerlichen Rechts wurde heute in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin bekannt gegeben.

Jährlich werden ca. 750.000 Tonnen Alttextilien erfasst und einer Verwertung zugeführt. Aufgrund der hohen Preise, die diese Sammelware in der jüngeren Vergangenheit erzielte, sind Alttextilien ein begehrtes Gut geworden. Trotzdem – oder gerade deswegen – sinken die Erfassungs- und Alttextilmengen in der inländischen Verwertungspraxis: Einerseits verlieren Fachbetriebe durch illegale Sammlungen große Mengen, andererseits fehlt öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern oftmals die fachliche Grundlage, um in Ausschreibungsverfahren qualitative Anforderungen an die Verwertung von Alttextilien aufzunehmen. Letzteres ermöglicht Anbietern mit „grenzwertigen“ Erfassungs- und Verwertungspraktiken den Markteintritt.

Um Erfassung und Verwertung zu gewährleisten

Mit Blick auf die Zukunft stellt sich die Frage, wie bei der aktuellen, deutlich veränderten Situation in Deutschland eine hochwertige und wertschöpfende Erfassung und Verwertung von Alttextilien gewährleistet werden kann. Da es derzeit keine speziellen Anforderungen gibt, ist für die GftZ die Entwicklung und Implementierung eines einheitlichen Standards zur Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien ein zentrales Element. Dieser Standard soll als Leitfaden für Marktteilnehmer dienen, um Ausschreibungsverfahren einheitlich, präzise und rechtssicher zu gestalten. Durch die Gewährleistung der Transparenz der Mengenströme soll letztlich auch der Vollzug erleichtert werden.

Hauptaufgabe der Interessengemeinschaft ist es, diese Ansätze inhaltlich weiterzuentwickeln. Die GftZ ist offen für den Dialog mit interessierten Akteuren zu sämtlichen Fragen der textilen Zukunft. Außerdem wird sie ihre Tätigkeiten und Inhalte gegenüber der Politik und Institutionen vertreten und durch Öffentlichkeitsarbeit präsentieren.

Mit vier Gründungsgesellschaftern

Gründungsgesellschafter der GftZ mit Sitz in Berlin sind die M.W. Boer Beheer BV (Dordrecht/Bremen), die Jean Bilsheim GmbH (Bayreuth), die Gras & Sigloch GmbH & Co. KG (Schwäbisch Hall) sowie die SOEX Textil-Vermarktungsgesellschaft mbH (Bad Oldesloe), deren tägliches Geschäft es ist, Alttextilien zu erfassen, zu sortieren, zu verwerten und zu vermarkten.

Die international tätige Boer-Gruppe mit Sitz in Dordrecht betreibt sieben Sortieranlagen; insgesamt beträgt die Sortierleistung ca. 100.000 Tonnen im Jahr. Seit über 75 Jahren ist die Jean Bilsheim GmbH mit Hauptsitz in Bayreuth im Recyclinggeschäft aktiv; Alttextilien werden in der Sortieranlage in Creußen verarbeitet. Die Gras & Sigloch GmbH & Co. KG bereitet Alttextilien in der Sortieranlage in Schwäbisch Hall zur Wiederverwendung vor; seit mehreren Generationen schenkt sie den Altkleidern ein zweites Leben. Die SOEX Textil-Vermarktungsgesellschaft mbH mit Hauptsitz in Bad Oldesloe ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Alttextilvermarktung; der moderne Sortier- und Recyclingbetrieb in Wolfen verarbeitet ca. 90.000 Tonnen Alttextilien im Jahr.

Fachlich und strategisch begleitet wird die GftZ von der cyclos GmbH. Weitere Informationen zur Gemeinschaft für textile Zukunft sind abrufbar unter textile-zukunft.de.

Quelle: Gemeinschaft für textile Zukunft