Neue ÖNORM B3151: Abbruch gilt in Österreich standardmäßig als Rückbau

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Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)

Wien, Österreich — Abbrucharbeiten müssen ab sofort neu organisiert werden: Ab 1. Dezember 2014 wird für den Einfamilienhausbau wie für Großbauvorhaben ein neuer Stand der Technik definiert. Ob private oder gewerbliche Objekte – in Zukunft müssen alle Abbruchvorhaben als Rückbau ausgeführt werden. Schadstoffe müssen erkundet werden, Baurestmassen sortenrein getrennt und frei von Störstoffen gewonnen werden.

Mit der neuen ÖNORM B3151 „Rückbau als Standardabbruchmethode“ soll das Recycling von Baurestmassen gefördert werden. Voraussetzung ist sortenreines Ausgangsmaterial. Dieses stammt von Bauobjekten und muss daher beim Abbruch schon sortiert gewonnen werden.

Alle Abbrüche, bei denen mehr als 100 Tonnen Restmassen anfallen, müssen schon vor Abbruch durch eine rückbaukundige Person begangen werden. Diese rückbaukundige Person kann beispielsweise ein Bautechniker mit einem abfallwirtschaftlichen Zusatzkurs sein – der Österreichische Baustoff-Recycling Verband bietet dazu seit Jahren die Kursmaßnahme „Abbrucharbeiten“ an – oder ein Baumeister, Ziviltechniker oder Ingenieurkonsulent. Deren Aufgabe ist einerseits ein Rückbaukonzept zu erstellen, andererseits die Freigabe von Gebäuden vor Abbruch zu erteilen. Die Verantwortung liegt hier beim Eigentümer des Abbruchobjektes – der Bauherr hat daher eine derartige rückbaukundige Person zu beauftragen.

Neu ist, dass in Zukunft Schadstoffe wie Asbest, Teer oder Ölverunreinigen und Störstoffe wie Gipsbauteile, Holz, Glas oder Verbundbaustoffe vorweg ausgebaut werden müssen, bevor die Freigabe zum Abbruch erfolgt. Erst nach dieser Freigabe ist ein Rückbau des nunmehr verbleibenden „Rohbaus“ möglich.

„Die neue Rückbaunorm ist ergänzend zur schon gültigen Werkvertragsnorm über Abbrucharbeiten zu sehen und wird die Qualität der mineralischen Baurestmassen weiter anheben“, urteilt Martin Car, Geschäftsführer des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes. Schon heute würden über fünf Millionen Tonnen Baurestmassen einer Verwertung als hochwertige Recycling-Baustoffe zugeführt. Österreich liegt nach seiner Einschätzung  damit im Spitzenfeld Europas; durch die neuen Anforderungen an den Rückbau werde damit die Qualität der Recycling-Baustoffe weiter angehoben.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)