Internationaler Workshop: „Illegale Exporte von Altfahrzeugen dringend stoppen“

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Altauto-Verwertung (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Essingen — „Der illegale Export von Altfahrzeugen aus Europa muss dringend gestoppt werden. In Europa verlieren wir jährlich etwa 8 Mio. Altfahrzeuge und damit etwa 12 Mio. Tonnen Schrotte und Kunststoffe.“ Das forderte Oliver Scholz, CEO der Scholz Holding GmbH, anlässlich eines internationalen Workshops mit Vertretern der EU-Kommission, der Behörden aus den Mitgliedstaaten und Vertretern der Automobil- und Recyclingwirtschaft.

Der Einladung der Scholz Gruppe waren etwa 40 Experten gefolgt. Ziel des Workshops war, die aktuelle Umsetzung der Altfahrzeugrichtlinie in den 28 Mitgliedstaaten zu diskutieren. In verschiedenen Vorträgen wie auch in der anschließenden Diskussion wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass es mehrere gemeinsame Ziele gibt. Neben der Unterbindung der illegalen Exporte wurde als wesentliche neue Maßnahme die Einführung einer Registrierungs- und Deregistrierungspflicht für Fahrzeuge angesprochen, die zu mehr Transparenz des Marktes sowie der Gebrauchtfahrzeug- bzw. Abfallströme und zu einem besseren Monitoring führen soll. Wenn zusätzlich eine detailliertere Definition zur Abgrenzung eines „Altfahrzeugs“ im Sinne von „Abfall“ und eines „Gebrauchtwagens“ rechtsverbindlich zementiert wird und der Exporteur dies verpflichtend nachzuweisen hätte, werden die illegalen Exporte zurückgehen.

Einig waren sich die Teilnehmer des Workshops auch darin, dass der technische und finanzielle Aufwand für  Recycling zunehmen wird aufgrund einer sich stark verändernden Zusammensetzung der Fahrzeuge – Stichworte: Elektrofahrzeuge, Seltene Erden in Magneten, karbonfaserverstärkte Kunststoffe. Über die gerechte Verteilung der zunehmenden Recyclingkosten bestand in der Diskussion keine Einigkeit. Die Beteiligung der Automobilindustrie bzw. des Fahrzeughalters, ähnlich wie in den Niederlanden, der Schweiz, in Russland oder Japan, wurde als eine Option diskutiert.

Im Rahmen des Workshops wurde vereinbart, sich in Kürze nochmals vertiefter den aktuellen Problemen am Altfahrzeugmarkt zu widmen. Vorgeschlagen wurde seitens der EU-Kommission zudem, noch mehr Druck auf die Mitgliedstaaten wegen fehlender Umsetzung auszuüben, und zwar durch Vorlage von Beweisen über  illegale Tätigkeiten. Konsens herrschte auch darüber, sich intensiv mit der Änderung der Definition „Altfahrzeug“ im Sinne von „Abfall“ auseinanderzusetzen und beispielsweise Reparaturaufwand und aktuellen Fahrzeugwert einander gegenüberzustellen.

Zudem wünscht sich die Recyclingwirtschaft eine schnelle Revision der Altfahrzeugrichtlinie. Herr Scholz dazu: „Nur wenn wir rechtsverbindliche und detaillierte Regelungen zum illegalen Export in allen Mitgliedstaaten haben, hohe Strafen bei Nichtumsetzung erheben, können wir einen weiteren Abfluss von Altfahrzeugen als gefährlicher Abfall verhindern. Für weitere Investitionen zur Erreichung höherer Recyclingquoten brauchen wir Rechtssicherheit. Wenn wir erfolgreich die illegalen Altfahrzeugexporte bekämpft haben, wird es insgesamt eine win-win-Situation für den Automobilsektor, die Schrotthändler und die Verwertungsindustrie geben.“

Quelle: Scholz Holding GmbH