Niederländische Kommune testet Fahrradweg aus Solarmodulen

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Radweg aus PV-Modulen (Foto: SolaRoad)

Wien — Ein holländisches Konsortium hat einen Radweg aus Solarmodulen gebaut. Während in den USA vom Crowdfunding-Projekt Solar Roadways die ersten Parkplätze mit befahrbaren Sonnenenergiespendern getestet werden, entsteht in Holland nun der erste Fahrradweg, der mit Photovoltaik-Modulen bepflastert wird. Liefert das Pilotprojekt ansprechende Ergebnisse, könnte es den gesamten Straßenbau revolutionieren.

Konkret handelt es sich um einen Radweg in der Gemeinde Krommenie nördlich von Amsterdam, den das Konsortium SolaRoad gerade in eine Solarstraße verwandelt. In der ersten Ausbaustufe ist ein 70 Meter langer Abschnitt mit zweieinhalb mal dreieinhalb Meter großen, rechteckigen Modulen aus Beton geplant. In die Betonplatten sind Solarzellen aus Silizium eingelassen, die mit einer einen Zentimeter dicken Sicherheitsglasschicht überzogen sind. Bis 2016 soll die Strecke auf 100 Meter wachsen.

Die Holländer, die schon seit 2009 an dem Projekt arbeiten, können auf starke Partner zählen. Die niederländische Industrieforschungsorganisation TNO, die Provinz Nord-Holland, der niederländische Straßenbau-Spezialist Ooms Civiel und das Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen Imtech investierten zusammen rund drei Millionen Euro in das Forschungsprojekt.

Im Vergleich zu Solarpaneelen auf Hausdächern, die optimal auf die Sonneneinstrahlung ausgerichtet sind, gibt es allerdings bei Solarmodulen im Straßenbelag Einbußen bei der Energiegewinnung. Bei SolaRoad geht man von 30 Prozent Leistungsverlust aus. Trotzdem sind die Holländer überzeugt, dass sich ihre Technik rentiert. Schon ein 100 Meter langer Solar-Radweg liefert immerhin genug Strom, um damit drei Haushalte zu versorgen.

Eine Machbarkeitsstudie hat errechnet, dass sich die Herstellungskosten der Solarmodul-Platten nach spätestens 20 Jahren amortisieren. Werden die Module in Massenproduktion gefertigt, liefern sie schon in weniger als 15 Jahren genug Strom, um die Herstellungskosten wieder einzubringen.

Quelle: UFH Holding