IKB: Schrottpreise gaben nach, Kupfer gefragt, Aufwärtstrend bei Aluminium

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Aluminium-Shredder (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — In den ersten drei Quartalen 2014 stieg die weltweite Stahlproduktion um gut 2 Prozent, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Die Hersteller der EU 28 einschließlich Deutschland verbuchten einen Anstieg von knapp 3 Prozent. Die Schrottpreise gaben sortenabhängig im Durchschnitt um 12 €/t nach, die Erzpreise tendierten weiter schwach.

Die Weltstahlpreise sanken im September um rund 3,5 Prozent, Bewehrungsstahl gab sogar um fast 5 Prozent nach. In Europa dagegen stagnierten Flachprodukte bzw. zeigten geringfügige Steigerungen, während Langprodukte zwischen 1 und 3 Prozent sanken. Tendenziell wird für Flachprodukte in Europa bis Jahresende mit einem Anstieg bis 1,5 Prozent gerechnet, bei Langprodukten erwartet die IKB Stagnation. Die Schrottpreise werden leicht nachgeben.

Bis Ende September 2014 legte die weltweite Primäraluminium-Produktion um gut 3 Prozent zu. China (+8 Prozent) und die Golfregion (+22 Prozent) expandierten, Westeuropa stagnierte, Amerika und Osteuropa verbuchten hohe Rückgange. Die Primäraluminium-Produktion dürfte 2014 rund 50,5 Mio. t betragen. Die Lagerbestände an der LME sanken auf 4,4 Mio. t, liegen aber noch auf hohem Niveau; diejenigen der Sekundärlegierung liegen unter 27.000 t. Die investiven Nachfrager haben ihre Bestände im Verlauf des Oktobers um 80 Prozent aufgestockt. Die IKB sieht einen leichten Aufwärtstrend für Primär- wie auch Sekundäraluminiumpreise. Tendenziell rechnet sie mit einer Bewegung bis Ende 2014 um 2.000 US-$/t in einem Band von 200 US-$; die Sekundärlegierung liegt um rund 50 US-$ darüber.

Der chinesische Kupferverbrauch stieg bis Ende Juli 2014 um 21 Prozent; die weltweite Nachfrage nach Kupfer war um 12 Prozent, die in Europa um 11Prozent höher, reduzierte sich dagegen in Amerika. Für 2014 erwartet de IKB eine Verbrauchszunahme von rund 7 Prozent. Die Kupferminen-Produktion (+3 Prozent) expandierte aufgrund von Produktionsunterbrechungen geringer, die Raffinadeerzeugung (+7 Prozent) ebenfalls, weshalb ein Angebotsdefizit entstand. Dieses dürfte auch im Gesamtjahr nicht ausgeglichen werden und insgesamt gut 150.000 t ausmachen. Die Lagerbestände der Börsen reichen keine 5 Tage. Die investive Nachfrage ist zuletzt leicht erhöht worden, das Angebot an Kupferschrotten bleibt weiter eng. In der Tendenz sieht die IKB bis Ende 2014 eine Bewegung des Kupferpreises um die 7.000 US-$/t in einem Band von 350 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank