2. Erfahrungsaustausch „Asbest“: Gebäude-Sanierung bleibt große Herausforderung

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Asbestentsorgung (Foto: Bernard Maurin / fotolia)

Dortmund – Asbesthaltige Bauteile und Materialien in Gebäuden und Anlagen sind problematisch. Darüber diskutieren gestern in einer gemeinsamen Veranstaltung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und der obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder über 80 Expertinnen und Experten. Dabei kamen mögliche Konsequenzen für die Fortentwicklung des Gefahrstoff-, Bau- und Abfallrechts zur Sprache.

Die Teilnehmer am 2. Erfahrungsaustausch „Asbest“ kamen aus dem Kreis der Abfallwirtschaft, des Sanierungsgewerbes, der Wohnungs- und Bauwirtschaft, der Sozialpartner, der Unfallversicherung sowie der Bau-, der Abfall- und der Arbeitsschutzbehörden.

Immer noch allgegenwärtig

Auch mehr als 20 Jahre nach dem umfassenden Verbot der Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland ist diese stark krebserzeugende Mineralfaser immer noch allgegenwärtig. Die großen Mengen asbesthaltiger Bauteile und Materialien im heutigen Gebäude- und Anlagenbestand, die große Anzahl der Beschäftigten, die auch heute noch Asbestfasern ausgesetzt sind, und der ausbleibende Rückgang der asbestbedingten Berufserkrankungen kennzeichnen den Handlungsbedarf.

Nichterkennung und unsachgemäße Sanierung

Im Erfahrungsaustausch wurde deutlich, dass bei vielen Baumaßnahmen im heutigen Gebäudebestand früher verbaute asbesthaltige Materialien auftreten, die dann vielfältige Probleme bei der Bauausführung zur Folge haben. Auch werden asbesthaltige Materialien bei Baumaßnahmen häufig nicht erkannt, so dass bei den Arbeiten Asbestfasern freigesetzt werden und die Beschäftigten, Bewohner und Nachbarn gefährdet sein können. Zudem führt das Nichterkennen von Asbestmaterialien bei Baumaßnahmen dazu, dass die dabei entstehenden asbesthaltigen Abfälle nicht sachgerecht entsorgt werden. Eine nicht sachgerechte Entsorgung ist jedoch mit erheblichen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden.

Abfallrecht anpassen und abstimmen

Die Diskussion der Tagungsteilnehmer offenbarte die Notwendigkeit, die Anforderungen des Gefahrstoff-, Bau- und Abfallrechts, die Asbest betreffen, an die aktuelle Situation anzupassen und besser aufeinander abzustimmen. Die Teilnehmer des 2. Erfahrungsaustausches „Asbest“ waren sich einig, dass die Asbest-Problematik weiterhin eine besondere Herausforderung darstellen wird, um auch die kommende Generation vor dieser gefährlichen Faser nachhaltig zu schützen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin  forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 650 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Quelle:  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)