Mehr Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen

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Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de

Das EU-Parlament reagiert unter anderem auf das Problem der Vermüllung der Weltmeere mit Plastikteilchen und fordert ein Verbot der gefährlichsten Kunststoffprodukte sowie von Einweg-Plastiktüten. EU-weit sollten verbindliche Recyclingziele für Altkunststoffe gelten. Die Deponierung sei abzuschaffen, die Verbrennung dürfe nur die letzte Option sein.

Aufruf zum Handeln: In einer Mitte Januar verabschiedeten Resolution infolge eines Grünbuchs der EU-Kommission weist das Europäische Parlament in Straßburg darauf hin, dass das EU-Abfallrecht Kunststoffabfälle, trotz derer Besonderheiten, nicht ausdrücklich berücksichtige. Das EU-Abfallrecht werde in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu wenig um- und durchgesetzt. Dabei hat die Gefährdung der Umwelt durch vielfach wild abgelagerte und in die Meere eingeleitete Plastikabfälle längst dramatische Ausmaße erreicht. Mindestens fünf „Plastikinseln“ aus Kunststoff-Kleinstpartikeln bedecken bereits riesige Flächen des Pazifiks, des Atlantiks und des Indischen Ozeans. 2009 wurde der „Great Pacific Garbage Patch“ entdeckt, ein Abfallteppich zwischen den Küsten der USA und Chinas von der schätzungsweise 16-fachen Größe Österreichs.

Die Abgeordneten des EU-Parlaments fordern unter anderem in diesem Zusammenhang ab dem Jahr 2020 ein EU-weites Verbot der gefährlichsten Kunststoffprodukte, die in hohen Konzentrationen Schwermetalle, Kunststoff-Mikropartikel und weitere potenzielle gesundheitsschädigende Substanzen enthalten, sowie möglichst von Einweg-Plastiktüten mit einer Wandstärke von unter 50 Mikrometern. Nach Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“ sind zum Beispiel in immer mehr Lebensmitteln, Hygiene- und Kosmetikartikeln und Pflegeprodukten mikroskopisch kleine Plastikkugeln vorhanden: in verschiedenen Honigsorten, Trinkwasser, Zahnpasten, Duschgels und Haarshampoos, Peelingcremes, Lotionen, Deodorants, Lippenstifte etc. Selbst beim Kauf von Bioprodukten könnten sich die Verbraucher nicht sicher sein. Über das Abwasser gelangen die Plastikkügelchen schließlich in die Umwelt und verteilen sich dort. Bei Miesmuscheln, die sehr viel Wasser filtern, lagern sich die Partikel im Gewebe ein. Es bilden sich Entzündungen. Das haben Experimente ergeben, die das Magazin Plusminus zitiert. Wissenschaftler der Universität Oldenburg konnten zudem Plastikanteile auch in Regenwasser nachweisen …

EU-Recycling 02/2014

Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 02/2014, Seite 6-7.

Quelle: EU-Recycling