40,3 Prozent: Bayerischer Klärschlamm stetig weniger stofflich verwertet

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Kläranlage (Foto: ©Dieter Schütz /http://www.pixelio.de)

München — Im Jahr 2013 wurden von den öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen in Bayern gut 267.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm entsorgt. Mit einer Zunahme von 371 Tonnen (0,1 Prozent) blieb die Menge des 2013 direkt entsorgten Klärschlammes knapp über dem Niveau des Vorjahres, teilt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mit.

Im Jahr 2013 belief sich bei den knapp 2.500 im Rahmen der amtlichen Statistik erfassten öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen mit biologischer Behandlungsstufe in Bayern die Gesamtmenge des angefallenen Klärschlammes auf gut 267.000 Tonnen Trockenmasse. Rund 158.000 Tonnen Trockenmasse (59,3 Prozent) gingen in die thermische Entsorgung, darunter knapp 55.000 Tonnen in die Monoverbrennung und gut 94.000 Tonnen in die Mitverbrennung. Knapp unter 108.000 Tonnen Trockenmasse (40,3 Prozent) wurden stofflich verwertet, darunter etwa 49.000 Tonnen in der Landwirtschaft und rund 56.000 Tonnen im Landschaftsbau.

Der Anteil der thermischen Entsorgung an allen genutzten Entsorgungswegen ist seit Beginn der jährlichen Erhebung im Jahr 2006 von 44,3 Prozent auf 59,3 Prozent angestiegen. Dagegen zeigt die stoffliche Verwertung eine kontinuierlich abnehmende Tendenz. Sie verringerte sich von 55,5 Prozent der insgesamt entsorgten Klärschlammmenge im Jahr 2006 auf 40,3 Prozent im Jahr 2013.

Bei vielen der befragten Kläranlagen fällt nicht in jedem Jahr Klärschlamm zur Entsorgung an, weil die Schlammräumung auch in mehrjährigen Abständen erfolgen kann. Von 1.412 (56,7 Prozent) der insgesamt befragten Abwasserbehandlungsanlagen wurde im Jahr 2013 eine direkte Klärschlammentsorgung durchgeführt. Davon nutzten 355 Anlagen, darunter fast drei Viertel der größeren Anlagen über 100.000 EW (Einwohnerwerten) Bemessungskapazität, auch oder ausschließlich den Weg der thermischen Entsorgung. 812 überwiegend kleinere Kläranlagen unter 10.000 EW entsorgten ihren Klärschlamm teilweise oder vollständig in der Landwirtschaft. Von 260 Anlagen (10,4 Prozent) wurden zwar keine direkte Entsorgung von Klärschlamm, aber ein Bezug oder eine Abgabe an andere Abwasserbehandlungsanlagen oder zumindest Bestandsveränderungen im Zwischenlager angegeben. Von 820 (32,9 Prozent) der insgesamt erfassten Kläranlagen, davon 644 kleinere Anlagen mit einer Bemessungskapazität von unter 1.000 EW, wurde kein Klärschlamm zur Entsorgung gemeldet.

Seit 2011 wird mit rückläufiger Tendenz knapp die Hälfte des anfallenden Klärschlamms von bayerischen Abwasserbehandlungsanlagen in andere Bundesländer verbracht – von 2006 bis 2010 waren es noch etwas mehr als die Hälfte – überwiegend zur Verwertung im Landschaftsbau und zur thermischen Entsorgung. Die Übernahme von Klärschlamm aus anderen Abwasserbehandlungsanlagen vor der Entsorgung fällt, gemessen am Gesamtvolumen des entsorgten Klärschlammes, mit rund 6.900 Tonnen gering aus.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung