Mehr Herstellerverantwortung bei EU-Abfallentsorgung gefordert

1538
Foto: ALBA

Berlin — Mitgliedstaaten der EU müssen bei der Herstellerverantwortung sowie der Informationstransparenz ihrer Abfallwirtschaft deutlich nachbessern. Das geht aus einem von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenem Bericht von BIO Intelligence Service, einem französischen Beratungsdienst für Umwelt und nachhaltige Entwicklung, hervor.

Die Agentur BIO untersuchte bei 16 EU-Mitgliedsstaaten, wie zufriedenstellend die Vorschriften aus der EU-Abfallrichtlinie zu der erweiterten Herstellerverantwortung eingehalten worden sind. Im Fokus standen dabei sechs Kategorien: Batterien, Elektro- und Elektronikgeräte, Altfahrzeuge, Verpackungen, grafische Papiere und Öle.

Zum einen bemängelt der Beratungsdienst den fehlenden Zugang zu vergleichbaren Informationen der Mitgliedstaaten. Insbesondere die finanzielle Intransparenz sei auffällig, geht aus dem letzte Woche veröffentlichten Bericht hervor. So sei das Verhältnis der Abgaben zur Abfallentsorgung von den Produzenten und das eigentliche Deckungsvolumen dieser Kosten von Land zu Land unterschiedlich, auch wenn es sich um das gleiche Produkt handelt. Die Kosten, um eine Tonne Batterien zu entsorgen, variieren beispielsweise zwischen Frankreich (240 Euro) und Belgien (5.400 Euro) um 5.180 Euro.

Zum anderen zeigt die Untersuchung, dass Abfallentsorgungssysteme mit der höchsten Recyclingquote nicht immer die teuersten sein müssen. Außerdem gibt es kein einheitliches Effizienzsystem für alle Bereiche. Weiterhin weist BIO Intelligence Service dringlich auf eine stärkere Aufklärung und Intensivierung der Ziele der erweiterten Herstellerverantwortung für die Mitgliedstaaten hin.

Der Endbericht „Development of Guidance on Extended Producer Responsibility (EPR)“ für die DG Umwelt der Europäischen Kommission kann unter euractiv.com heruntergeladen werden.

Quelle: Deutscher Naturschutzring e.V.