Grünen-Fraktion stellte kleine Anfrage über Verbreitung von Mikroplastik

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Bundestag (Foto: ©lillysmum / http://www.pixelio.de)

Berlin — Nach Erkenntnissen der Bundesregierung über Mengen, Verbleib und Auswirkungen von Mikroplastik hat sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (18/2780) erkundigt. Unter anderem wollen die Abgeordneten erfahren, welche Mengen Mikroplastik nach Kenntnis der Regierung in Deutschland pro Jahr durch die Kläranlagen hindurch in die natürlichen Gewässer abgegeben werden.

Die kleinen Kügelchen oder Fasern aus Kunststoffen fänden sich überall in der Umwelt und im täglichen Leben, etwa in Kosmetika und Körperpflegeprodukten, wie Peelings oder Zahnpasta, schreiben die Grünen. Nach Gebrauch landeten die Partikel im Abwasser, wo sie nach Angaben des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel e.V. nicht vollständig in den Kläranlagen entfernt werden. Meerestiere stürben bei der Aufnahme von Mikroplastik. Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit über die Nahrungskette seien bislang viel zu wenig erforscht.

Die Grünen-Fraktion fragt daher unter anderem: Wenn eine Zulassung für die Verwendung  von  Mikroplastik  in  Kosmetikprodukten  schon  deswegen nicht vorliegen kann, weil es eine Zulassungspflicht überhaupt nicht gibt, bedürfte es dann vor dem Hintergrund des Artikels 1 Absatz 1 der REACH-Verordnung nicht der Durchsetzung eines sofortigen Anwendungsstopps für derartige Produktbestandteile? Und sie möchte wissen, welche Mengen Mikroplastik und Kunststofffasern nach Einschätzung der Bundesregierung in Deutschland pro Jahr durch die Kläranlagen hindurch in die natürlichen Gewässer abgegeben werden und wie hoch  die in den Kläranlagen zurückgehaltenen Mengen sind. Und es gilt zu erfahren, welche Maßnahmen die Bundesregierung bisher ergriffen hat , um die Freisetzung von Mikroplastikpartikeln in die Umwelt einzuschränken und welche Maßnahmen weiter geplant sind.

Quelle: Deutscher Bundestag