Für neues Rohstoffbewusstsein: 3. Weltforum der Ressourcenuniversitäten

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Kongressteilnehmer (Foto: Montanuniversität Leoben)

Leoben, Österreich — Zum 3. Weltforum der Ressourcenuniversitäten für Nachhaltigkeit waren an der Montanuniversität Leoben vom 19. bis 21. Oktober rund 50 Mitglieder aus vier Kontinenten zu Gast – darunter zahlreiche Rektoren und Vizerektoren von namhaften Universitäten, unter anderem aus Kanada, Japan, den USA oder Kenia. Neben internationalen wissenschaftlichen Vorträgen tauschten sich die Teilnehmer zu internationalen Standards in der Ausbildung im Rohstoffbereich aus.

Gerade für Länder wie Kenia sei es wichtig, sich zur Rohstoffausbildung auszutauschen. Das Land ist reich an Rohstoffen, habe jedoch nur wenig ausgebildete Ingenieure vor Ort, sagte Rektor Prof. Hamadi Iddi Boga vom Taita Taveta University College. Seine Hochschule ist eine der sieben neuen Weltforums-Mitglieder, die seit dem vergangenen Weltforum in Trondheim hinzugekommen sind. Außer Kenia sind es zwei Hochschulen aus Argentinien und je eine aus Belgien, Georgien, der Ukraine (Donbass) und dem Jemen.

Beispiel für nachhaltige Bergbautätigkeit

„Wir sehen im diesjährigen Treffen eine gute Fortsetzung dessen, was wir vor zwei Jahren in Freiberg angefangen haben“, erklärte Prof. Carsten Drebenstedt, erster Generalsekretär des Weltforums. In der Rolle des Gastgebers unterstrich Vizerektor Prof. Peter Moser von der Montanuniversität Leoben die Wichtigkeit dieser weltumspannenden Kooperation: „Wir sind sehr stolz, dass wir mit dem  steirischen Erzberg auch ein exzellentes Praxisbeispiel für nachhaltige Bergbautätigkeit präsentieren können.“

In den Vorträgen beschäftigten sich die Wissenschaftler vor allem mit der Lehre im Rohstoffbereich, mit neuen Methoden, aber auch dem Stand der Technik. Am Beispiel der Bergbauregion Leoben (Eisenerz) wurde den Teilnehmern gezeigt, wie Bergbau trotz relativ geringer Erzgehalte wirtschaftlich und nachhaltig betrieben werden kann.

Prinzip der nachhaltigen Entwicklung

Dem Weltforum der Ressourcenuniversitäten für Nachhaltigkeit (World Forum of Universities of Resources on Sustainability, WFURS) sind seit seiner Gründung im Jahr 2012 insgesamt 100 Mitgliedsuniversitäten aus 56 Ländern und allen fünf Kontinenten beigetreten. Das WFURS wurde im Jahr 2012 in Freiberg von der TU Bergakademie Freiberg und der St. Petersburger Bergbauuniversität gegründet. Das Ziel ist die weltweite Umsetzung des Prinzips der nachhaltigen Entwicklung in Forschung und Ausbildung an den Hochschulen im Rohstoffbereich.

Darüber hinaus will das Weltforum ein neues Rohstoffbewusstsein in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik schaffen: „Die Hochschulen sind die Kaderschmieden für die zukünftigen Fach- und Führungskräfte in diesem Bereich. Daher wollen wir gemeinsame Ausbildungsstandards etablieren, die Nachhaltigkeit bei den Rohstoffen vermitteln, also mehr Effizienz, Vermeidung, Ersatz und Recycling“, so Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg und Präsident des Weltforums.

Die nächste Jahrestagung wird in Akita, in Japan, stattfinden.

Quelle: Montanuniversität Leoben