Polyring: Niederländische Webseite bietet Marktplatz für Kunststoffreste

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Quelle: Polyring

Delft, Niederlande — Reste in der Verarbeitung von Kunststoffen müssen oft kostenpflichtig entsorgt oder mit geringem Gewinn an Recyclingfirmen verkauft werden. Die Webseite polyring.de stellt Unternehmen nun gratis eine Reihe von Funktionen und Informationen zur Verfügung, um Reststoffe einfach und schnell zum Verkauf anzubieten.

Die dreisprachige polyring-Webseite wurde in den Niederlanden von der technischen Universität Delft entwickelt und wird auch von dort aus betreut. Auf der Plattform können Kunststoffverarbeiter den Angaben zufolge beispielsweise mit einem „Recycle Check“ herausbekommen, wie viel Geld mit den Reststoffen aus der Produktion zu verdienen ist. Als Anbieter soll man neben Fotos auch PDF-Dokumente hochladen können, um so über die Eigenschaften der Kunststoffe zu informieren. Auf diese Weise soll sich leichter ein Käufer finden lassen, weil das Material anhand seiner Materialwerte eingeschätzt werden könne. Für den Fall, dass sich die Reststoffe nicht schnell genug über den Marktplatz verkaufen lassen, bietet die Seite eine Übersicht zu Recyclingfirmen sowie deren Mailadressen und Telefonnummern an.

Auch Nicht-Fachleuten wollen die Macher der Webseite relevante Informationen bieten. Diese können sich mithilfe eines Lernmoduls anhand von Fallbeispielen zum Thema Recycling von Kunststoffen informieren. So wolle man zum Beispiel auch Designer ansprechen, die sich mit der Verarbeitung von Sekundärkunststoffen befassen wollen. Diese und andere Fachkräfte könnten so mehr über die Möglichkeiten erfahren, die recycelte oder wiederverwertete Produkte bieten.

Polyring.de wurde von der TU Delft im Rahmen des wissenschaftlichen Projektes „Plastic-Recycling und Re-Use-Platform“ entwickelt und durch das European Network Cilmate KIC (Knowledge and Innovation Community) eingerichtet. Ein Teil dieses Projektes besteht darin, die Effekte zu untersuchen, wenn Unternehmen der Austausch von Reststoffen erleichtert wird. In den Niederlanden bereits eingeführt, soll sich der digitale Reststoffmarktplatz, so das erklärte Ziel, auch in Deutschland und Belgien etablieren.

Quelle: TU Delft / BKV GmbH