Bern führt erweiterte Bioabfall-Sammlung per Grüngutcontainer ein

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Biotonne (Foto: ©ME/ http://www.pixelio.de)

Bern, Schweiz — Mit Jahresbeginn 2015 führt die Stadt Bern die erweiterte Grüngutsammlung ein. Dann können Privathaushalte auch Rüstabfälle und Speisereste entsorgen. Die Bioabfälle werden in der Kompostieranlage Seeland zu Biogas und Kompostprodukten verarbeitet. Dieser regionale Stoffkreislauf ermöglicht nach offizieller Ansicht eine ökologische und  ressourcenschonende Entsorgung von Bioabfällen.

Mit der praktischen und bequemen Grüngutentsorgung via Grüngutcontainer entstehen für die Bevölkerung weniger Hausabfälle. Dank der Vergärung des gesammelten Grüngutes werden daraus Biogas als erneuerbare Energie sowie wertvolle Kompostprodukte gewonnen. Die Sammlung findet flächendeckend, also auch in der Innenstadt, wöchentlich und ganzjährig statt.

Mit  Transponder ausgerüstet

Wer die Dienstleistung nutzen will, muss sich zwingend anmelden, auch wenn bereits ein Grüngutcontainer vorhanden ist. Wer noch keinen Grüngutcontainer hat, kann diesen entweder im Fachhandel oder über Entsorgung + Recycling Stadt Bern besorgen. Alle Grüngutcontainer werden mit einem Transponder (Chip mit Erkennungsnummer) ausgerüstet, um die Container bei allfälligen Verschmutzungen identifizieren zu können. Aufgrund der neuen Sammlung wurde auch die Tourenplanung der Grünabfuhr neu organisiert.

Seeland durch Vergärungsanlage erweitert

Durch die Verarbeitung der Bioabfälle zu Biogas und Kompost wird der Stoffkreislauf geschlossen. Die Ausschreibung für die Verwertung des Grüngutes der Stadt Bern erfolgte im Juni 2014. Den Zuschlag erhielt die Kompostieranlage Seeland AG in Murten. Die bestehende Kompostieranlage soll bis Ende 2014 mit einer Vergärungsanlage erweitert werden. Sowohl die Stadt Bern wie auch die Kompostieranlage Seeland AG freuen sich auf das gemeinsame Nachhaltigkeitsprojekt – insbesondere auf dessen regionale Umsetzung.

„Mir gefällt die Reise des Salatkopfes, der im Seeland angebaut und in Bern gegessen wird. Dank der Grüngutsammlung landen die Reste in der Kompostieranlage und der Vergärung. Das Gas wird in Energie umgewandelt, der gewonnene Kompost landet schliesslich wieder auf den Seeländer Gemüsefeldern, wo neuer Salat angepflanzt wird“, erläutert Ursula Wyss, Direktorin der Abteilung für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, den regionalen Kreislauf.

Zweiteilige Finanzierung

Die Grünabfuhr wird hauptsächlich aus den Abfallgrundgebühren finanziert (zwei Drit- tel). Neu wird für die Nutzung der Grüngutsammlung zusätzlich eine Containergebühr pro Jahr verrechnet. Diese Gebühren sind moderat gehalten, um die Berner Bevölkerung für ihr ökologisches Verhalten in der täglichen Abfalltrennung zu belohnen.

Weitere Informationen zur neuen Grüngutsammlung sind unter www.bern.ch/gruengutsammlung zu finden.

Quelle: Stadt Bern, Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün