IPR im Gespräch: oekom verlag engagiert sich für Recyclingpapier

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Jacob Radloff (Foto: IPR)

Berlin — „Mit unserem Fach- und Sachbuchprogramm, neun Fachzeitschriften sowie unserem einmaligen Autoren-Netzwerk hat der oekom verlag in den letzten 25 Jahren dazu beigetragen, Ökologie und Nachhaltigkeit ins Zentrum gesellschaftlicher Aufmerksamkeit zu rücken. Auch als Unternehmen setzen wir konsequent auf Nachhaltigkeit. Eine umweltschonende Papierbeschaffung hat dabei oberste Priorität“, meint Jacob Radloff, Geschäftsführer der oekom verlag GmbH.  Der oekom verlag ist der führende Fachverlag für Ökologie und Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum. Gründe und Motive für dieses Engagement erläuterte Jacob Radloff im Rahmen der Reihe “Die IPR im Gespräch”.

Warum beteiligen Sie sich persönlich an der bundesweiten CEO-Kampagne?

Seit Verlagsgründung vor 25 Jahren ist es mein persönliches Anliegen, Perspektiven für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft zu eröffnen. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Publikationen des oekom verlags sondern auch unser unternehmerisches Engagement. Daher haben wir nicht nur im eigenen Unternehmen hohe Umweltstandards verankert, sondern sind auch als Mitglied und Initiator zahlreicher Projekte darum bemüht, diese Standards anderen Unternehmen zu vermitteln und mit ihnen weiterzuentwickeln.

Warum ist Ihnen die Nutzung von Recyclingpapier ein wichtiges Anliegen?

Was wäre der oekom verlag ohne seine wichtigste Ressource – das Papier? Allerdings benötigt man zur Herstellung von einer Tonne Frischfaserpapier 5,5 Kubikmeter Holz und damit etwa genauso viel Energie wie für die Herstellung einer Tonne Primärstahl. Klimawandel und Ressourcenengpässe machen auch vor der Verlagswelt nicht halt, daher ist schon aus ökonomischer Sicht ein Umdenken notwendig. Uns ist aber natürlich die ökologische Sicht ein besonderes Anliegen. Bei der Holzernte und dem Transport des Rohstoffes leiden Umwelt und Artenvielfalt. Da gilt es, achtsam mit Papier umzugehen, schließlich haben wir uns als Umwelt- und Nachhaltigkeitsverlag dem Schutz des Klimas und der Biodiversität verschrieben.

Wie ist das Thema Ressourcenschutz in Ihrem Unternehmen verankert?

Umweltschutz ist Chefsache! Eine Stabstelle Nachhaltigkeit sorgt für die permanente Entwicklung und Einhaltung aller Maßnahmen. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Publikationen gibt es hohe Umweltstandards. So ist etwa der Einsatz von Recyclingpapier mit Blauem Engel immer unsere erste Wahl. Wir vermeiden Transportwege durch die Zusammenarbeit mit umweltfreundlich wirtschaftenden FSC- und ISO-zertifizierten Druckereien und Logistikunternehmen aus der Region. Eine Nachhaltigkeitsbeauftragte ist u. a. für die umweltfreundliche Gestaltung des Büroalltags sowie für die Kompensation unserer CO2-Emissionen zuständig.

Welches Ziel haben Sie sich für mehr Ressourceneffizienz gesetzt?

Ich will den Anteil von Büchern, die auf Recyclingpapier gedruckt sind, von den bisherigen 90 Prozent weiter erhöhen. Für Zeitschriften, Unternehmensbroschüren und Büropapier verwenden wir bereits ausschließlich Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Auch der Einsatz von mineralölfreien Druckfarben in unseren Publikationen soll kontinuierlich steigen. Ansonsten wollen wir unseren bisherigen Weg beibehalten, als Pionier in der Branche mit gutem Beispiel voranzugehen.

Quelle: Initiative Pro Recyclingpapier c/o Nissen Consulting GmbH & Co KG