Kriegsaltlasten in Nord- und Ostsee: Kleine Anfrage nach Strategien und Plänen

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Kampfmittel-Räumung (Foto: ©Thorben Wengert /http://www.pixelio.de)

Berlin — Die Altlasten an Waffen und Munition in Nord- und Ostsee sind Gegenstand einer Kleinen Anfrage (18/2666) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Unter anderem wollen die Abgeordneten von der Bundesregierung erfahren, wie viele Rüstungsaltlasten (in Tonnen) und welche Gifte aus Munition dort lagern und welche Strategien und konkrete Pläne es bezüglich der Bergung gibt.

Weitere Fragen befassen sich mit der bisherigen Arbeit der in Cuxhaven eingerichteten nationalen Meldestelle für Munitionsfunde sowie möglichen Gefahren für Taucher, Badegäste und Fischer sowie für den Menschen insgesamt wegen der Anreicherung toxischer Substanzen in der marinen Nahrungskette.

Die Grünen-Fraktion verweist in ihrer Anfrage auf einen Zeitungsartikel, demzufolge in Nord- und Ostsee 1,6 Millionen Tonnen Altlasten aus zwei Weltkriegen lagern. Diese nicht geborgenen Altlasten seien „im doppelten Sinne Zeitbomben“. Sie könnten durch Sprengung oder durch Zerfall Gifte freisetzen und damit Fische und andere Meerestiere gefährden. Auch der Mensch werde am Ende der Nahrungskette mit der Vergiftung von Meerestieren konfrontiert werden. Da die Natur es nicht selbst richten könne, gebe es keine kostengünstige Alternative zur Bergung, betont die Fraktion.

Die Räumung von Kriegsaltlasten im Meer kann unter anderem beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen und beim Bau von Kabelverlegungen zur Anbindung von Windparks zu Problemen führen.

Quelle: Deutscher Bundestag