Minister fordert mehr Austauschbarkeit von Akkus und Batterien in E-Geräten

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Foto: Dr. Jürgen Kroll

Stuttgart — „In Zeiten von Ressourcenschonung und Materialeffizienz können wir es uns nicht leisten, dass funktionsfähige Geräte wie Mobiltelefone, Akkuschrauber oder Rasierapparate nur deswegen im Abfall landen, weil der Wechsel der Batterie zu teuer oder zu umständlich ist.“ Dies erklärte Umweltminister Franz Untersteller gestern anlässlich der Veröffentlichung von Ergebnissen eines Forschungsvorhabens, das das Sachverständigenbüro cyclos GmbH im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg durchgeführt hat.

Neben der Frage, wie gut sich Elektro- und Elektronikgeräte recyceln lassen, ging die cyclos GmbH in dem Forschungsvorhaben auch der Frage nach, wie gut sich eingebaute Batterien oder Akkus austauschen lassen.

Bei zehn von 32 getesteten Produkten aus den Segmenten Smartphones, Rasierapparate und Akku-Schrauber ist es den Verbrauchern nicht möglich, die Batterie oder den Akku selbst zu wechseln. Besonders negativ ist die Bilanz bei den Rasierapparaten: Sieben von zehn getesteten Geräten fielen hier durch. Dies gilt auch für zwei von 14 untersuchten Smartphones sowie einem von acht untersuchten Akkuschraubern.

Minister Untersteller forderte die Industrie auf, es den Verbrauchern mittels einfacheren Konstruktionen zu ermöglichen, den Batterie- und Akkuwechsel selbst vorzunehmen. „Dies führt zu einer längeren Lebensdauer der Geräte, vermeidet unnötige Abfälle und schont unsere knappen und wertvollen Ressourcen.“

Der Umweltminister kritisierte auch die EU-Kommission, die in der jüngsten Novelle der Batterie-Richtlinie Ende 2013 dem Druck einiger Hersteller nachgegeben habe, und es nunmehr auch gelten lasse, wenn nicht nur der Kunde selbst, sondern auch ein vom Hersteller unabhängiger Fachbetrieb den Austausch der Akkus durchführen könne. Unzählige Spitzenprodukte, gerade im Handybereich, zeigten, dass ein unproblematischer Akkuwechsel technisch durchaus möglich sei, so Franz Untersteller weiter. Jeder Verbraucher habe es selbst in der Hand, diejenigen Hersteller zu meiden, diche ihre Geräte kundenunfreundlich konstruierten.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg