VDI-Richtlinie 3460 zur Abfall-Verbrennung bestätigt Leitfaden KAS-25

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Quelle: BBU

Bonn, Berlin — Die Veröffentlichung der VDI-Richtlinie 3460 Blatt 1 „Thermische Abfallbehandlung – Grundlagen“ hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) als wichtigen Schritt zur Verbesserung der Anlagensicherheit in der Müllverbrennungsbranche bezeichnet. Die seit wenigen Tagen erhältliche Richtlinie weist im Gegensatz zu ihrer Vorgängerversion ein Kapitel mit dem Titel „Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs“ auf, in dem auch die Anwendung der Bestimmungen der Störfall-Verordnung behandelt wird.

Als zentrale Referenz für die Entscheidung, ob eine Abfallverbrennungsanlage unter den Geltungsbereich der Störfall-Verordnung fällt, wird dabei der Leitfaden der Kommission für Anlagensicherheit KAS 25 „Einstufung von Abfällen gemäß Anhang I der Störfall-Verordnung“ aufgeführt. Damit ist der Leitfaden auch im Rahmen der Normung zu einem anerkannten Dokument geworden.

Diplom-Physiker Oliver Kalusch vom Geschäftsführenden Vorstand des BBU ist Mitglied des VDI-Arbeitskreises, der in über fünf Jahren die 235 Seiten umfassende Richtlinie erarbeitet hat. Er erklärt hierzu: „In die Richtlinie ist die Sachkompetenz von Betreibern, staatlichen Stellen, Gutachtern sowie der Umweltseite eingeflossen. Für den Umweltschutz ist wichtig, dass dargestellt wird, dass der derzeitige per Rechtsverordnung festgelegte Emissionsgrenzwert für Stickoxide deutlich unterschritten werden kann. Mit der Aufnahme eines Kapitels zum nichtbestimmungsgemäßen Betrieb und zu Störfällen in die Richtlinie hat sich die Müllverbrennungsbranche zudem für die Probleme der Anlagensicherheit und der Anwendung der Störfall-Verordnung geöffnet.“

Und Oliver Kalusch fügt hinzu: „Hieran sollten sich andere Sektoren der Entsorgungswirtschaft ein Beispiel nehmen und ihren Widerstand gegen die europarechtlich zwingend erforderliche Anwendung der Störfall-Verordnung aufgeben.“

Quelle: Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.