EQAR fordert die EU-Kommission zum Dialog auf

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Foto: O. Kürth

Berlin — Die diesjährige Mitgliederversammlung der EQAR (Europäische Qualitätsgemeinschaft für Recycling) fand am 25. September im Werk der Fa. Sandvik Mobiles in Ballygawley (Nordirland) statt. Im Rahmen der turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde Manfred Wierichs als EQAR-Präsident bestätigt. Als Vizepräsidenten wurden Günther Gretzmacher (BRV/Österreich) und Ludvik Jančo (ZRSM/Slowakische Republik) gewählt.

Manfred Wierichs betonte nach seiner Wiederwahl die Bedeutung des Baustoff-Recyclings in Europa. Mineralische Bau- und Abbruchabfälle stellen mit einem jährlichen Abfallaufkommen von über eine Milliarde Tonnen mit Anstand den größten Abfallstrom in der Europäischen Union dar. Die EQAR hat die EU-Kommission bereits vor Jahren auf die europaweite EQAR-Qualitätssicherung für mineralische Recycling-Baustoffe hingewiesen und sieht eine solche Qualitätssicherung als Voraussetzung für den Produktstatus von Recycling-Baustoffen an. Es sei es unverständlich, dass die EU-Kommission sich bislang nicht zum Abfall-Ende für qualitätsgesicherte mineralische Recycling-Baustoffe geäußert habe, so Wierichs.

Die EQAR fordert diesbezüglich einen konstruktiven Dialog von der EU-Kommission ein. Dabei müssten auch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen des Joint Research Centers zum Abfallende für Recycling-Baustoffe mit dem Ziel einer europäischen Abfallende-Regelung diskutiert werden.

Man werde  den Dialog mit der EU-Kommission weiterhin suchen, betonte auch Martin Car, Vorsitzender des Technischen Ausschusses der EQAR. Im Sinne von Ressourcenschonung und Abfallvermeidung stellten die über eine Milliarde Tonnen mineralischer Bau- und Abbruchabfälle jährlich eine wichtige Ressource dar, die nicht zu Lasten der Umwelt als Abfall entsorgt werden dürfe. Mit einer entsprechenden Qualitätssicherung von Recycling-Baustoffen sei zudem sichergestellt, dass diese alle technischen wie auch umweltrechtlichen Anforderungen erfüllen, so Car.

Nicht zuletzt aufgrund des zögerlichen Vorangehens der EU-Kommission seien bereits in mehreren EU-Mitgliedssaaten nationale Regelungen für das Abfallende von Recycling-Baustoffen entstanden. Manfred Wierichs äußert hierfür Verständnis, warnt jedoch vor der sich abzeichnenden großen Heterogenität, die eine spätere europäische Lösung erschweren wird. Deshalb müsse die EU-Kommission jetzt ein Zeichen setzen und einer europäischen Abfallende-Regelung für mineralische Recycling-Baustoffe höchste Priorität einräumen.

Quelle: European Quality Association for Recycling e.V. (EQAR)