Knappe Kapazitäten: Drohen Entsorgungs-Engpässe auf deutschen Deponien?

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Quelle: Arbeitskreis Grundwasserschutz und Überwachungsgemeinschaft Bauen für den Umweltschutz

Karlsruhe — Deponiekapazitäten für gering belaste mineralische Abfälle sind knapp. Drohen daher Entsorgungsengpässe auf deutschen Deponien? Diese und andere Fragen will  das 24. Karlsruher Deponie- und Altlastenseminar unter dem Titel „Abschluss und Rekultivierung von Deponien und Altlasten – Planung und Bau neuer Deponien“ am 22. und 23. Oktober 2014 beantworten.

Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und dessen Novellierung, das Inkrafttreten der Abfallablagerungsverordnung sowie der Deponieverordnung und deren Fortschreibungen sowie das Auslaufen der letzten Übergangsfristen von TASi, AbfAblV und DepV 2005 und 2009 führte zu immer mehr Stilllegungen von Deponien. Hinzu kam sowohl eine von der EU als auch von der bundesdeutschen Politik beförderte Wunschvorstellung, zukünftig ohne Deponien auskommen zu können, wenn man nur die Kreislaufwirtschaft weiter optimiert. Obwohl zwischenzeitlich dieser Wunschtraum als nicht realisierbar erkannt wurde, wirkt er bis heute nach und erschwert aufgrund von Akzeptanzproblemen die Erweiterung und mehr noch die Neuanlage von Deponien.

Die Deponie als Schadstoffsenke für mineralische Abfälle zum Ausschleusen von Schadstoffen muss jedoch ein wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft bleiben, fordern die Veranstalter des Seminars, der Arbeitskreis Grundwasserschtz e.V. und die Überwachungsgemeinschaft Bauen für den Umweltschuutz e.V..

Pressemeldungen von protestierenden Bauunternehmern wegen dramatisch fehlender Deponiekapazitäten vor einem Landratsamt oder das gemeinsame Positionspapier des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie und des Zentralverbandes des deutschen Baugewerbes zum Thema „Entsorgungsengpässe auf Deponien: Bauwirtschaft fordert Politik zum Handeln auf“: Sie bringen das Problem ins öffentliche Bewusstsein. Verschiedene Bundesländer haben bereits reagiert und Bedarfsanalysen zum vorhandenen und zukünftig benötigten Deponieraum für im Wesentlchen DK I-Deponien erstellt oder erstellen lassen.

Vor allem der Bausektor ist trotz aller Bemühungen um die Vermeidung und Verwertung von Abfällen aus dem Baubereich auf eine funktionierende Abfallwirtschaft mit ausreichendem und bezahlbaren Deponiekapazitäten für jene Abfälle angewiesen, die nicht mehr verwertbar sind. Bereits heute bestehende regionale Engpässe bei der Ablagerung von nicht verwertbaren mineralischen Bauabfällen führen zu höheren Ablagerungsgebühren und langen Transportwegen, einhergehend mit steigenden CO2-Emissionen. Gelingt es nicht, bereits heutige Engpässe bei der Ablagerung nicht verwertbarer mineralischer Bauabfälle zu beheben, dürfte dies unabdingbar zu einer Verteuerung von Baumaßnahmen führen. Insbesondere die dringend notwendige Sanierung der Verkehrsinfrastruktur würde hierdurch kaum noch finanzierbar.

Das Programm zu 24. Karlsruher Deponie- und Altlastenseminar 2014 kann unter bu-umwelt.de heruntergeladen werden.

Quelle: Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner GmbH