DWA-Aufruf zur Stellungnahme: Abwasser aus der Herstellung Technischer Textilien

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Abwasser-Pumpwerk (Foto: ©ThorbenWengert /http://www.pixelio.de)

Hennef — Rund 150 überwiegend mittelständische Unternehmen stellen in Deutschland technische Textilien her, etwa die Hälfte der Betriebe erzeugt durch Wasch-, Färbe- und Reinigungsprozesse Abwässer. Je nach Umfang der nasschemischen Behandlungsprozesse beträgt der tägliche Abwasseranfall von < 5 m3/d (Reinigung der Auftragsaggregate von der Appretur und Beschichtung) bis > 500 m3/d (Färberei und Veredlung), Tendenz steigend.

Da der überwiegende Teil der Textilveredelungsunternehmen ihr Abwasser ohne betriebliche Vorbehandlung in kommunale Kläranlagen einleitet, hat die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) jetzt den Entwurf für ein Merkblatt vorgelegt, das die nach derzeitigem Stand besten verfügbaren Techniken zur Behandlung von Abwasser beschreibt, das bei der Herstellung technischer Textilien anfällt. Das Merkblatt stellt zudem Stoffströme sowie innerbetriebliche Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung von Emissionen dar. Ein besonderer Blick gilt abwasserrelevanten Prozessen, die bei der Appretur und Beschichtung von Bedeutung sind. Empfehlungen und Hilfen zur Lösung technischer Probleme sowie bei der Umsetzung von Vorschriften sind weitere Inhalte der Publikation.

Technische Textilien werden vielfältig eingesetzt. Beispielsweise in speziellen Bereichen technischer Anwendungen in der Industrie (Transportbänder, Leitungssysteme), zu Verpackungszwecken, als Scheidewände in Batterien, Schutzplanen, Arbeitsschutz, Arbeitsbekleidung, Objekt- und Bautextilien, im Garten- und Landschaftsbau und in der Landwirtschaft, als Sonnen- und Wetterschutz, als Zelte und als Flächen für die Außenwerbung, im Fahrzeugbau (Airbag, Innenraumtextilien, Planenaufbauten), im Umweltschutz (Membranstützgewebe, Filtertücher), in Medizin und Hygiene oder als moderne Verbundmaterialien für den Leichtbau.

Der Merkblattentwurf DWA-M 733 vermittelt einen fachspezifischen Überblick. Es richtet sich an die Betriebe sowie an Behörden, Verbände, Planer von Abwasseranlagen, Fachberater zum betrieblichen Umweltschutz und Umweltbeauftragte.

Frist zur Stellungnahme: Hinweise und Anregungen zu dieser Thematik nimmt die DWA-Bundesgeschäftsstelle entgegen. Das Merkblatt DWA- M 733 wird bis zum 15. Dezember 2014 öffentlich zur Diskussion gestellt. Stellungnahmen bitte schriftlich, möglichst in digitaler Form, an die DWA-Bundesgeschäftsstelle, Dipl.-Ing. Iris Grabowski, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef, Tel: 02242/872 102, E-Mail: grabowski@dwa.de

Eine digitale Vorlage für Stellungnahmen befindet sich unter dwa.de/themen. Für den Zeitraum des öffentlichen Beteiligungsverfahrens kann der Entwurf zudem kostenfrei im DWA-Entwurfsportal unter  dwa.de/dwadirekt eingesehen werden. Der Entwurf kann jederzeit im DWA-Shop (auch nach Ablauf der dreimonatigen Frist zur Stellungnahme) als Printversion oder digital erworben werden.

Quelle: DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.