VKU warnt: Stadtwerke-Investitionen in Kraftwerkspark deutlich gesunken

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ENBW Rheinhafenkraftwerk (Foto: ©Rudolpho Duba / http://www.pixelio.de)

Berlin — Die Investitionen in neue kommunale Kraftwerkskapazitäten sind weiter stark rückläufig. Das ergab die jährliche Erzeugungsumfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Im Jahr 2013 sanken die Investitionen in den Kraftwerkspark gegenüber dem Vorjahr (2012: 6,24 Milliarden Euro) erneut, dieses Mal um 22 Prozent auf 4,87 Milliarden Euro. Gegenüber 2011 beläuft sich der Rückgang sogar auf 44 Prozent.

„Die Lage ist dramatisch. Wir haben bei hochmodernen Gaskraftwerken im Vergleich der Volllaststunden von 2010 und 2013 einen Rückgang von mehr als 30 Prozent! Es ist klar, dass in einem solchen Umfeld kaum Investitionen getätigt werden“, beklagt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

Zunehmend als Reservekapazitäten

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat bereits zu einem Rollenwechsel bei den konventionellen Kraftwerken geführt. Sie werden immer weniger zur Produktion von Kilowattstunden gebraucht, sondern dienen vielfach als Sicherheitsnetz für den Fall, dass der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Die Bereitstellung sicherer Leistung, das Vorhalten von Reservekapazitäten, gewinnt damit zunehmend an Bedeutung. Die Investitionen fließen derzeit jedoch nicht in moderne und hochflexible Kraftwerke, was die VKU-Erzeugungszahlen deutlich zeigen. Reck: „Wir fordern einen Kapazitätsmarkt einzuführen, um die Bereithaltung der Reservekapazität weiterhin sicherzustellen. Unser Modell des Leistungsmarktes ist eine Versicherung für Versorgungssicherheit.“

Kraftwerkskapazitäten gesteigert

Trotz der aktuell schwierigen Marktsituation haben die deutschen Stadtwerke 2013 ihre Kraftwerkskapazitäten von 20,4 auf 22,6 Gigawatt (GW) steigern können – ein Anstieg von fast elf Prozent. Gemessen an der in Deutschland installierten Nettonennleistung in Höhe von 183,5 Gigawatt ist damit auch der Marktanteil der Stadtwerke leicht gestiegen und liegt bei 12,3 Prozent (2012: 11,7 Prozent). Der Anstieg der kommunalen Erzeugungskapazität geht vor allem auf den Anstieg bei den erneuerbaren Energien sowie den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) zurück.

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der installierten Leistung kommunaler Unternehmen konnte von 11,4 auf 13,5 Prozent gesteigert werden, wobei die installierte Leistung 2013 im Vergleich zu 2012 um 32 Prozent auf gut 3.000 Megawatt zunahm. Gegenüber 2011 betrug der Anstieg sogar rund 78 Prozent. Der Anteil der KWK an der installierten Leistung kommunaler Unternehmen legte von 43,5 auf 44,4 Prozent zu. Die KWK trägt so mit 33 Prozent zur kommunalen Stromerzeugung „und die Stadtwerke damit deutlich überproportional zu den Klimazielen der Bundesregierung bei“, betont Hans-Joachim Reck.

2013 befanden sich insgesamt 2.724 Megawatt Kraftwerkskapazitäten im Bau beziehungsweise im Genehmigungsverfahren. Der Schwerpunkt lag dabei auf den hocheffizienten KWK-Anlagen mit 36,2 Prozent und den erneuerbaren Energien mit 37,6 Prozent.

Investitionen rechnen sich derzeit nicht

Nach Ansicht von  Hans-Joachim Reck setzen Stadtwerke auf den Energiewendestrom: auf die KWK, auf moderne hochflexible Kraftwerke und auf die erneuerbaren Energien. „Kommunale KWK-Anlagen und moderne hochflexible Kraftwerke produzieren genau den Strom, der die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ausgleicht und für unsere Versorgungssicherheit sorgt.“ Die Stadtwerke lieferten damit auch 2013 einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Dies wird in Zukunft jedoch immer schwieriger, da sich die Investitionen in die dringend benötigten modernen und flexiblen Kraftwerke derzeit nicht rechnen. Reck: „Ohne Leistungsmarkt rentieren sich diese Kraftwerke zukünftig nicht mehr; as macht uns mit Blick auf die Versorgungssicherheit große Sorgen.“

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)