Nach neuem Zwischenbericht: DNHK rät zur bundesweiten Einführung von Lang-Lkw

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Sattelzug (Foto: ©Andreas Hermsdorf /http://www.pixelio.de)

Den Haag, Niederlande —  Die Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK) fordert die Bundesländer auf, die Einführung von so genannten Lang-Lkw neu zu bewerten. Grundlage ist der soeben vorgelegte Zwischenbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) über die Testphase der bis zu 25 Meter langen Gespanne. „Die ersten Resultate belegen, dass die Diskussion in Deutschland jahrelang ideologisch überfrachtet war“, sagt DNHK-Geschäftsführer Günter Gülker. Es sei an der Zeit, eine bundesweite Einführung nun ernsthaft zu diskutieren.

„Die Bundesländer, die sich bislang gegen die Lang-Lkw gestellt haben, sollten ihre Position noch einmal überdenken“, fordert Gülker. Lange Lkw könnten den Verkehr entlasten, Staus vermeiden und dank 20 Prozent weniger Spritverbrauch der Umwelt nutzen. „Angesichts immer größerer Mengen von Fracht, die nicht alle über Wasser und Schiene transportiert werden können, ist eine solche Entlastung der Straßen unbedingt zu empfehlen“, betont der DNHK-Chef.

Nur acht Bundesländer nahmen teil

Die Auslandshandelskammer hatte sich bereits zu Beginn des Feldversuchs für eine bundesweite Testphase eingesetzt. Besonders die rot-grün regierten Bundesländer wenden sich bislang gegen die Laster, die bis zu 25 Meter messen – sieben Meter länger als bislang üblich. Nur acht Bundesländer nehmen seit zweieinhalb Jahren an dem laufenden Test teil. Gegen die Lkw wurden vor allem Bedenken geäußert, weil sie Brücken und Straßen zusätzlich belasten könnten. Genau diese Einschätzung widerlegt nun der Zwischenbericht der Bundesanstalt für Straßenwesen. Auch fahrzeugtechnische oder besondere verkehrsbezogene Probleme habe es bei den 80 getesteten Fahrzeugen nicht gegeben. Alle am Versuch beteiligten Fahrer befürworten laut dem Bericht eine zeitlich unbegrenzte Zulassung der Lang-Lkw.

Zwischenbericht rundum positiv

In der Presseerklärung des Bundesamts für Straßenwesen zum Zwischenberichts heißt es: „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich bislang neben den festgestellten positiven Effekten, wie einem Effizienzgewinn und Kraftstoffersparnissen zwischen 15 und 25 Prozent, keine gravierenden Probleme im Feldversuch unter den gegebenen Randbedingungen gezeigt haben. Gemessen an der Vielzahl der betrachteten Fragestellungen ist die Zahl der identifizierten Risiken gering. Zudem sind die identifizierten Risiken bei der derzeitigen Anzahl von Lang-Lkw, aber auch unter der Annahme von deutlich höheren Anteilen am Güterverkehrsaufkommen, als hinnehmbar oder zumindest beherrschbar einzustufen. Einzig für den Umstand der für Lang-Lkw in der Regel zu kurzen Schrägparkstände auf Rastanlagen müssten bei einer steigenden Anzahl an Lang-Lkw Lösungsansätze entwickelt werden, um das regelkonforme Abstellen der Lang-Lkw auch auf Rastanlagen weiterhin gewährleisten zu können.“

In den Niederlanden erfolgreich im Einsatz

2016 endet die Testphase. Dann könnte der Lang-Lkw bundesweit genehmigt werden. „Das wäre auch ein positives Signal an die vielen Transporteure, die Deutschland als Durchgangsland für ihre Waren nutzen und seit Jahren längere Lkw in ihren eigenen Ländern verwenden“, meint Günter Gülker. In den Niederlanden etwa sei der Lang-Lkw bereits erfolgreich in Gebrauch. Dort trage er schon heute dazu bei, dass insgesamt weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs seien. Niederländische Spediteure klagen darüber, dass sie in Deutschland ihre Fahrzeuge nicht einsetzen dürfen. „Es wäre schade, wenn in Deutschland aus Prinzipienreiterei eine Chance für bessere Mobilität vergeben würde“, findet Gülker. „Jetzt geht es darum, die konkreten Ergebnisse auf der Straße zu bewerten und ohne Vorbehalte zu einer neuen Abwägung zu kommen.“

Weitere Informationen und der komplette Zwischenbericht sind unter bast.de erhältlich.

Quelle: Deutsch-Niederländische Handelskammer (DNHK)