AVAG startet Separat-Sammlung von Kunststoff-Abfällen und TetraPaks

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Quelle: AVAG AG für Abfallverwertung

Thun, Schweiz — Gebrauchte Kunststoffflaschen, Getränkekartons (TetraPak) und PE-Milchflaschen aus Haushaltungen oder Kunststoffabfälle aus Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft werden künftig vermehrt dem Recycling zugeführt. Die AG für Abfallverwertung AVAG hat dazu am 10. September 2012 ein Projekt gestartet zur separaten Sammlung und der stofflichen Verwertung dieser wertvollen Materialien. Erwartet werden wertvolle Erkenntnisse für weitere Entwicklungsschritte und die mögliche künftige Ausgestaltung und Einführung von flächendeckenden Sammelkonzepten.

Pro Kopf und Jahr verbrauchen die Schweizer rund 125 kg Kunststoff. Der Grossteil davon wird heute in Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet oder landet als Ersatz-brennstoff in der Zementindustrie. Die AVAG ist überzeugt, dass in Zukunft kein Weg an der Schliessung der Stoffkreisläufe und damit dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen vorbeiführt. Sie startet deshalb ein Projekt zur separaten Sammlung und der stofflichen Verwertung von Kunststoffabfällen und Getränkekartons (TetraPak). Die auf diesem Weg gesammelten Mengen gelangen vollumfänglich zur InnoRecycling AG in Eschlikon, die mit ihren Partnern die stoffliche Verwertung übernimmt. Aus den gesammelten und aufbereiteten Kunststoffen entstehen neue Kunststoffprodukte und aus den zurück gewonnenen Zellstoff-Fasern der Getränkekartons entsteht neuer Karton.

Für Private, Industrie und Gewerbe

Die Separatsammlung umfasst einerseits die Einrichtung von zurzeit 17 Sammelstellen in ausgewählten Gemeinden. An diesen Sammelstellen können Private ihre leeren Shampoo-, Kosmetik-, Waschmittel-, Oel-, Essigflaschen und Pflegemittelbehälter, gratis entsorgen. Getränkekartons (Tetra Pak) und PE-Milchflaschen können ebenfalls  über diese Sammelstellen entsorgt werden, denn diese Materialien lassen sich vor dem Verwertungsprozess auf einfache Art und Weise wieder aussortieren.

Andererseits wird die Sammlung von Verpackungsfolien aus Industrie und Gewerbe sowie von Silofolien aus der Landwirtschaft intensiviert. Die Massnahmen zur Förderung der Separatsammlung dieser Kunststoffe konzentrieren sich in einem ersten Schritt auf die Region Thun, das obere Aare- und das Gürbetal. Den interessierten Betrieben werden 500-Liter-Sammelsäcke zur Verfügung gestellt. Die Erstausrüstung ist kostenlos. Jeder weitere Sack ist gegen einen Betrag von 10,00 Franken erhältlich. Volle Sammelsäcke werden beim AVAG Entsorgungszentrum angenommen. Abholungen sind nach Vereinbarung möglich.

Grundlagen für die künftige Konzeption

Die Separatsammlung dieser Abfälle lohnt sich nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch finanziell. So kann die durch die Haushalte über den Müllsack entsorgte Menge verringert werden. Bei den hochwertigen Verpackungsfolien aus Industrie und Gewerbe werden je nach Qualität und Beschaffenheit sogar Vergütungen ausbezahlt. Beim Recycling von Silofolien aus der Landwirtschaft können die Entsorgungskosten für den Landwirt im Vergleich zur Verbrennung gesenkt werden.

Die AVAG erwartet aus der praktischen Umsetzung dieses Projektes eine Grundlage für den Entscheid, ob und unter welchen Bedingungen künftig separate Kunststoffsammlungen eingeführt werden können. Weiter sollen aus dem Pilotprojekt wichtige Rückschlüsse für die künftige Konzeption von zu sammelnden Materialien, deren Qualität, den Sammelstandorten, den einzusetzenden Sammelgefässen, der Sammel- und Transportlogistik, den Bedürfnissen einer allenfalls notwendigen Voraufbereitung der gesammelten Materialien sowie der verschiedenen Verwertungsoptionen liefern.

Diese Resultate sind auch für die Projektpartner Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA), Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA),  Verein Getränkekarton Recycling Schweiz (GKR) und InnoRecycling AG interessant.

Quelle: AG für Abfallverwertung (AVAG)