Berufskraftfahrer müssen jetzt abgeschlossene Weiterbildung nachweisen

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LKW (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Hannover — Seit dem 10. September 2014 müssen alle Kraftfahrer im Güterverkehr eine zusätzliche Fortbildung von 35 Stunden nachweisen. Das TÜV Nord Schulungszentrum rät: Wer die europaweit geltende Frist versäumt hat, sollte den LKW stehen lassen, bis alle Kurse nachgeholt sind, denn andernfalls drohen hohe Strafen.

Laut Bundesamt für Güterverkehr gibt es über 500.000 Berufskraftfahrer in Deutschland. Alle Kraftfahrer, die Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen fahren, müssen seit dem 10. September eine zusätzliche Weiterbildung laut Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BkrFQG) nachweisen, um weiterhin ihren Beruf ausüben zu dürfen. Inhalte der EU-weit verbindlichen Pflichtschulung sind beispielsweise Sicherheitsaspekte, wirtschaftliches Fahren und Sozialvorschriften. Damit stehen auch Kuriere, Paket- und Expressdienst-Fahrer, Kraftfahrer in der Forstwirtschaft sowie der Abfallversorgung und in Handwerksunternehmen in der Pflicht, die Fortbildung zu absolvieren. Nach Schätzungen des TÜV Nord Schulungszentrums haben jedoch immer noch nicht alle Kraftfahrer die Pflichtqualifikation absolviert.

„Wer jetzt auf Europas Straßen Güter transportiert, muss die Schlüsselnummer 95 im Führerschein nachweisen. Für Fahrer mit der beschleunigten Grundqualifikation ist das nach bestandener IHK-Prüfung bereits erledigt. Wer jedoch den Führerschein vor dem 9. September 2009 gemacht hat, muss spätestens jetzt die nötige Fortbildung nachweisen“, erläutert Kai-Uwe Fischer, Schulungsleiter für den Berufskraftfahrer-Bereich bei TÜV Nord. Das gilt für Fahrer mit den Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C, CE. Und dann heißt es dranbleiben, denn jeder Kraftfahrer muss die Fortbildung alle fünf Jahre wiederholen.

„Wir empfehlen Unternehmen, nur Beruftskraftfahrer einzusetzen, die die Fortbildung von 35 Stunden nachweisen können“, betont Kai-Uwe Fischer. Schließlich drohen bei Verstößen, die im Rahmen von Kontrollen durch den Kontrolldienst des Bundesamtes für Güterverkehr oder durch die Polizei festgestellt werden, den Betroffenen Geldstrafen bis zu 5.000 Euro. Auch für Arbeitgeber können die fehlenden Nachweise teuer werden. „Verantwortlich für die Schulungen ist letztendlich aber jeder Führerscheininhaber selbst“, erklärt Fischer.

Quelle: TÜV Nord AG