Behälterglasmarkt schließt 2013 positiv ab; Zukunft von EEG-Umlage abhängig

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Quelle: Aktionsforum Glasverpackung

Düsseldorf — Der Trend zum Wachstum im dritten Quartal hat sich im vierten Quartal des Jahres 2013 noch einmal verstärkt – das Jahresergebnis für den Absatz der deutschen Behälterglasindustrie ist somit positiv. Insgesamt um 0,4 Prozent ist der Absatz in Tonnen Behälterglas 2013 gegenüber dem Jahr 2012 gestiegen. Während der Absatz im Inland exakt so hoch war wie im Vorjahr, konnte der Auslandsabsatz um 1,5 Prozent zulegen.

Entscheidend dazu beigetragen hat als Spitzenreiter der Monat April (plus 11,6 Prozent). Die Erklärung hierfür liegt auch im Wetter. Denn ab Mitte April 2013 gab es laut Deutschem Wetterdienst einen kräftigen Temperaturanstieg auf frühsommerliche Werte. Wenig überraschend: Die vergleichsweise warmen Sommermonate Juli und September zeigten sich ebenfalls gewohnt absatzstark (plus 7,3 Prozent bzw. 6,8 Prozent). Der späte Sommer macht sich hier bemerkbar. Aber auch der Januar brachte ein deutliches Plus von 6,8 Prozent.

Getränkeflaschenabsatz wächst in fast allen Segmenten

Trotz des späten und relativ kühlen Sommers konnte das Getränkesegment insgesamt stabil abschließen: Das Minus beträgt 0,2 Prozent. Spitzenreiter bleiben wie im Vorjahr Wasser/Limo mit einem Wachstum von 5,5 Prozent und Wein mit 2,8 Prozent. Gerade im Inland sind diese beiden Segmente stark – Wasser/Limo wächst hier mit 12,1 Prozent, Wein mit 3,3 Prozent. Der Grund: Wasser/Limo sind gefragte Getränke bei den Verbrauchern. Der Verband Deutscher Mineralbrunnen meldet, dass nach ersten Hochrechnungen der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser im Jahr 2013 um 1,6 Liter auf 140,0 Liter gestiegen ist.

Und auch die Nachfrage nach Weinen aus heimischen Regionen steigt weiter. Das Deutsche Weininstitut berichtet dazu, dass die Weine aus den deutschen Anbaugebieten im eigenen Land weiterhin gefragt sind. Ihr Absatz legte im vergangenen Jahr trotz eines insgesamt leicht rückgängigen Weinmarktes im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent zu. Heimische Weine haben damit nun einen Absatzanteil von 46 Prozent am gesamten Weinabsatz in Deutschland.

Spiritousen-Glas im Plus, Bierflaschenabsatz rückläufig

Der Absatz für Glasflaschen für Spirituosen (plus 1,1 Prozent) und Schaumwein (plus 1,0 Prozent) entwickelte sich in beiden Fällen leicht positiv. Nur das Segment Bier bildet die Ausnahme im Bereich der Getränkeflaschen aus Glas; dies zeichnete sich schon nach dem dritten Quartal ab: Der Absatz nahm hier im Jahr 2013 – trotz eines leichten Aufschwungs im vierten Quartal – um insgesamt 4,1 Prozent gegenüber 2012 ab. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der Bierkonsum in Deutschland seit Jahren rückläufig ist und im Jahr 2013 so wenig Bier abgesetzt wurde wie seit der Wiedervereinigung vor mehr als 20 Jahren nicht. Der Deutsche Brauerbund nennt als Gründe das gemischte Wetter sowie die fortschreitende Alterung der Gesellschaft.

Trendwende bei Verpackungsglas für Lebensmittel

Der Bereich Verpackungsglas für Lebensmittel hatte sich im ersten Halbjahr leicht negativ entwickelt. Nachdem er im dritten Quartal ein Wachstum zeigte, schließt er das Jahr insgesamt mit einem moderaten Minus von 0,3 Prozent ab. „Sonstige Gläser“ und „Babyfood“ nehmen hier die ersten Plätze mit enormen Wachstumsquoten von plus 19,4 bzw. plus 17,3 Prozent ein. Die weiterverarbeitende Industrie hat hier unter den schlechten Ernten gelitten, die in diesem Jahr zu weniger verarbeiteten Konserven und damit zu einem geringeren Bedarf an Verpackungen führten.

Der Bereich Verpackungsglas für Pharmazie, Kosmetik und chemisch-technische Zwecke sowie Verpackungsglas für die Getränkeindustrie mit 150 Milliliter oder weniger Inhalt hat sein Absatzplus der Vormonate weiter ausgebaut. Es beträgt insgesamt plus 7,5 Prozent, davon entfallen 4,6 Prozent auf den Inlands- und 9,5 Prozent auf den Auslandsabsatz.

Lage grundsätzlich positiv eingeschätzt

„Das Jahr 2013 konnte die deutsche Behälterglasindustrie mit einem Plus abschließen. Grundsätzlich schätzen wir die Lage für die Behälterglasindustrie daher positiv ein“, resümiert Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Glasindustrie e.V. Sorgen bereitet der Behälterglasindustrie jedoch wie allen anderen Glasbranchen die unsichere Zukunft hinsichtlich der Ausgestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Sollte die besondere Ausgleichsregelung im EEG für Unternehmen der Glasindustrie verschärft werden oder gar entfallen, würde das die Glasunternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten bringen, da sie die Mehrkosten nicht ausgleichen können. Für Regionen, in denen die Glashütten seit Generationen der wichtigste Arbeitgeber sind, bedeutet das einen gravierenden wirtschaftlichen Abschwung.“

Quelle: Aktionsforum Glasverpackung