Duesmann & Hensel Recycling nimmt innovativen Plasmaschmelzofen in Betrieb

1488
Schlackeausfluss (Foto: Duesmann & Hensel Recycling GmbH)

Aschaffenburg — Duesmann & Hensel Recycling, eines der international führenden Unternehmen im Katalysatoren-Recycling, gibt die Inbetriebnahme eines Plasmaschmelzofens bekannt. Am Standort Karlstein bei Frankfurt werden jährlich bis zu 2.000 Tonnen edelmetallhaltiges Material verarbeitet, um die Edelmetalle Platin, Palladium und Rhodium zurückzugewinnen. Durch diese Investition erweitert das Unternehmen die eigene Wertschöpfungskette und bietet seinen Kunden deutlich flexiblere Verarbeitungslösungen für gebrauchte Abgaskatalysatoren. Darüber hinaus wurden durch das Projekt mehr als 18 neue Arbeitsplätze für die Region geschaffen.

Der neu implementierte Plasmaschmelzofen ist speziell auf die optimale Edelmetall-Rückgewinnung aus gebrauchten Auto-Abgaskatalysatoren ausgelegt. So kann ein effizienter und umweltgerechter Schmelzprozess des edelmetallhaltigen Materials sichergestellt werden.

Edelmetalle in reinster Form zurückgewonnen

Das Recycling von Abgaskatalysatoren ist komplex. Nach der Trennung von Stahlhülle und dem edelmetallhaltigen Monolith wird dieser zunächst zu einem feinen homogenen Pulver aufgemahlen. Dies stellt das Ausgangsmaterial für die Plasmaschmelze dar. Um einen effizienten Schmelzprozess zu gewährleisten, wird das keramische Mahlgut auf seine elementare Zusammensetzung sowie den Edelmetallgehalt analysiert. Je nach Zusammensetzung, müssen dem keramischen Pulver vor der Schmelze sogenannte Zuschlagsstoffe in unterschiedlicher Konzentration zugegeben werden.

Ziel des Schmelzprozesses ist es, das edelmetallhaltige Keramikpulver in Sammlermetall sowie Schlacke zu trennen. Entscheidend für den weiteren Recyclingprozess ist das Sammlermetall, das eine 50-fach höhere Edelmetallkonzentration aufweist als das ursprüngliche keramische Material. Die enthaltenen Edelmetalle Platin, Palladium und Rhodium werden in der nachgelagerten Raffination in reinster Form zurückgewonnen und kommen in unterschiedlichen Anwendungen wieder zum Einsatz. Die in ein separates Becken abgeflossene Schlacke, die keine Edelmetalle enthält, wird nach dem Schmelzprozess unter anderem im Straßenbau weiterverarbeitet. Damit stellt Duesmann & Hensel Recycling ein vollständiges Recycling sicher und leistet einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz der Umwelt.

Eine Investition in die Zukunft

„Durch die Integration des Plasmaschmelzofens in unsere eigene Wertschöpfungskette, unterscheiden wir uns maßgeblich von klassischen Verarbeitungsbetrieben in unserer Branche. Dies ist eine Investition in die Zukunft und lässt uns flexibel auf Marktveränderungen sowie Kundenanforderungen reagieren“, erläutert Clemens Hensel, geschäftsführender Gesellschafter bei Duesmann & Hensel Recycling. „Aufgrund unseres umfassenden technischen Know-hows sind wir in der Lage, Prozesse individuell anzupassen und zu steuern, was langfristig eine größere Flexibilität sicherstellt“, so Clemens Hensel weiter.

Einzigartig in Kontinentaleuropa  

Die von Duesmann & Hensel Recycling angewendete Plasmatechnologie ist in Kontinentaleuropa einzigartig und stellt wegen des direkten Energieeintrages nicht nur eine technisch hocheffiziente Lösung dar. Durch die Nutzung elektrischer Energie ist sie außerdem nahezu abgasfrei und außerordentlich betriebssicher. Die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetzt (BimSchG) genehmigte Anlage erfüllt alle Voraussetzungen in besonderem Maße und ist nach höchsten Sicherheitsstandards konzipiert.

Das Recycling von Auto-Abgaskatalysatoren stellt eine im Vergleich zur Minenproduktion ökologisch deutlich umweltgerechtere Variante der Gewinnung von Edelmetallen dar. Durch den Betrieb eines Plasmaschmelzofens leistet Duesmann & Hensel Recycling zudem langfristig einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Rohstoffversorgung Mitteleuropas.

Quelle: Duesmann & Hensel Recycling GmbH