Ökobilanz: Keine universell geeignete Verpackung für alle Getränketypen

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In der Glashütte (Foto: Kroll/Recyclingportal)

Bern — Eine neue Ökobilanzstudie über Getränkeverpackungen im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU bestätigt, dass die heutigen Sammlungs- und Verwertungssysteme ökologisch sinnvoll sind. Die Getränkeverpackungen schneiden aus Umweltsicht gut ab. Rücklauf- und Verwertungsquoten von Getränkeverpackungen 2013 bleiben mit 94 Prozent hoch (2012: 93 Prozent).

Die Ökobilanzstudie über in der Schweiz gebräuchliche Getränkeverpackungen zeigt, welche Verpackung für eine bestimmte Getränkeart und -menge die ökologisch vorteilhafteste Lösung darstellt. Für die Studie im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU wurde die Methode der ökologischen Knappheit verwendet, welche die Beurteilung der Umweltauswirkungen von Produkten und Systemen erlaubt.

Kein Material mit zwangsläufig schlechter Ökobilanz

Gemäss der Studie können – unabhängig vom verwendeten Material – umweltverträgliche Getränkeverpackungen hergestellt werden, d.h., es gibt keine Materialien, die zwangsläufig eine schlechte Ökobilanz aufweisen. Geeignete und ökologisch sinnvolle Getränkeverpackungen brauchen bei der Produktion möglichst wenig Material, können rezykliert werden oder sind zusätzlich für eine Mehrfachnutzung konzipiert. Wenn das Recycling von brennbaren Verpackungen aus Qualitätsgründen nicht mehr möglich ist, ist die thermische Verwertung in einer Verbrennungsanlage eine sinnvolle Lösung, weil dabei Strom und Wärme produziert werden.

Die Studie bestätigt auch, dass die schon lange eingeführten Separatsammlungen ökologisch sinnvoll sind. Diese Abfalltrennung direkt durch die Konsumentinnen und Konsumenten bewirkt hohe Verwertungsquoten und eine gute Qualität des Sammelgutes. Das zeigen auch die Zahlen der Getränkeverpackungs-Statistik 2013: Rücklauf und Verwertung lagen bei 94  Prozent.

Erheblichen Einfluss auf die Wahl der Verpackung haben Art und Ort des Konsums: Je nachdem, ob die Getränke zuhause, unterwegs oder ab Ausschank konsumiert werden, sind unterschiedliche Verpackungen geeignet und werden situativ gewählt; es gibt keine Verpackung, die für alle Getränketypen gleichermassen geeignet ist.

Recycling oder thermische Verwertung?

Die Studie verglich auch Recycling und thermische Verwertung von Getränkeverpackungen aus ökologischer Sicht. Die Ergebnisse zeigen, dass bei den grossen Mengen separat gesammelter Getränkeverpackungen das Recycling im Vergleich zur Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage ökologisch vorteilhafter ist. Damit die Stoffkreisläufe optimal geschlossen werden können, ist weiterhin eine möglichst sortenreine Sammlung wesentlich, da Qualität und Effizienz des Recyclings von der Menge und von der Reinheit des Sammelgutes abhängig sind.

Steigerung der Sammelquoten bedingt sinnvoll

Eine Steigerung der Sammelquoten ist gemäss Studie jedoch nur dann sinnvoll, wenn Aufwand und ökologischer Gewinn verhältnismässig sind. Die ökologischen, wirtschaftlichen und logistischen Aspekte sowie die Partizipation der Bevölkerung und der Sammelorganisationen und Verwerter müssen zusammenspielen. Zudem muss eine entsprechende Nachfrage für den durch das Recycling zurückgewonnenen Rohstoff auf dem Markt bestehen. Ein effizientes Recyclingsystem und möglichst vollständige Stoffkreisläufe sind im Sinn der Ressourcenschonung und reduzieren die Umweltbelastung beim Abbau von primären Rohstoffen. Dies wird  auch vom Bundesrat im Rahmen der Strategie Grüne Wirtschaft unterstützt.

Grosses Verwertungspotential  für weitere Verpackungen

Resultate vergleichbarer Studien zeigen, dass für bestimmte Verpackungen, z.B. Kunststoffverpackungen von Duschmitteln, Waschmitteln, Öl,oder Essig, noch ein grosses Verwertungspotential besteht. Neben den heutigen sortenreinen Sammlungen ist nicht ausgeschlossen, dass diese künftig gemischt gesammelt und erst anschliessend für die Verwertung sortiert werden, denn die einzelnen Plastikarten sind nicht einfach zu unterscheiden.

Weitere Informationen und Links zum Thema sind unter news.admin.ch zu finden.

Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU