Nachhaltige Ideen zur Kreislaufwirtschaft: Finalisten für Green Alley Award stehen fest

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Quelle: Green Alley / Seedmatch

Berlin — Acht Start-ups der Green Economy haben sich für den Green Alley Award in Berlin am 30. September 2014 qualifiziert. Damit haben sie die erste Hürde des Gründerwettbewerbs „InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht!“ gemeistert. Ihn hatten Gründernetzwerk Green Alley und Deutschlands führende Crowdfunding-Plattform Seedmatch im Frühjahr 2013 erstmals mit Branchenfokus auf Recycling, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft ausgerufen.

Nachdem sich die acht Nominierten bereits gegen 70 Mitbewerber durchsetzen konnten, geht es jetzt zum Pitch-Finale nach Berlin, wo die drei überzeugendsten Geschäftsideen mit dem Green Alley Award ausgezeichnet werden. Nur drei Minuten haben die Gründer und Jungunternehmer Zeit, um die Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gründerszene sowie die potenziellen Investoren von Green Alley und Seedmatch zu überzeugen.

„Die Auswahl der Finalisten fiel uns nicht leicht. Wir haben dabei besonderen Wert auf die Skalierbarkeit der Ideen gelegt, also die Frage, wie ein guter Einfall zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell wachsen kann“, erklärt Miriam Kehl, Associate Director der Green Alley Investment GmbH über den Auswahlprozess.

Einsatz wiederverwendbarer Materialien

Zu den Finalisten des Green Alley Awards gehören unter anderem Unternehmen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, herkömmliche Verpackungen durch wiederverwendbare Materialien zu ersetzen. So wollen sie Stroh oder Bambus an Stelle von Kunststoff für Lebensmittelverpackungen verwenden. Das biologisch abbaubare Alternativmaterial findet zum Beispiel Anwendung bei To-go-Bechern für Heißgetränke. Nicht nur ein neues Material, auch ein innovatives Pfand- und Rücknahme-System wurden für dieses altbekannte Problem entwickelt. Auf diese Weise könnte man 6,5 Milliarden Einwegbecher, die jährlich in Deutschland im Abfall landen und nicht recycelt werden, ersetzen und den Kaffeegenuss für unterwegs umweltfreundlicher gestalten.

Weiterhin wurde eine Geschäftsidee ausgewählt, die den gezielten Einkauf von Produkten kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums ermöglicht und damit zur Minderung der Verschwendung von Lebensmitteln beiträgt. Mit seiner Idee könnte der Green Alley Finalist 550.000 Tonnen Lebensmittel jährlich vor der Vernichtung retten. Überzeugt hat auch die Idee für eine Internetplattform, die Hobbytüftler, Reparaturdienste und Verbraucher zusammenbringt. Die Entwickler dieser Website wollen damit verhindern, dass defekte Geräte bzw. Produkte direkt im Müll landen. Damit wird die Lebensdauer von Produkten erhöht und unnötige Neukäufe werden vermieden.

Gesamte Abfallhierarchie abgedeckt

Die Ideen der Green Alley Finalisten decken die gesamte Abfallhierarchie ab: vom Recycling über die Wiederverwendung bis zur Abfallvermeidung, die an oberster Stelle steht. Hier zeichnet sich ein Trend ab: Fast 14 Prozent der 70 Bewerbungen beschäftigen sich mit der Frage, wie Abfall vollständig vermieden oder die Menge an Abfall zumindest reduziert werden kann. Berlin ist dabei offenbar die Hauptstadt der Green Economy. Fast jede vierte Bewerbung stammt aus Berlin, auf dem 2. Platz liegt Nordrhein-Westfalen. „Die hohe Anzahl der Bewerbungen zeigt, dass die Innovationskraft junger Unternehmen in der Recyclingbranche sehr groß ist. Als Mutterkonzern von Green Alley unterstützt die Landbell AG marktwirtschaftliche Lösungen zur Verbesserung der Umwelt. Nicht immer sind politische Vorgaben notwendig, um dem Verbraucher ökologische Alternativen nahe zu bringen“, erläutert Miriam Kehl die Motivation hinter der Green Alley Investment GmbH, die vom Umwelt- und Entsorgungsspezialisten Landbell ins Leben gerufen wurde.

Acht innovative Geschäftsideen für eine grüne Zukunft treten am 30. September gegeneinander an; nur drei Ideen werden mit dem Green Alley Award ausgezeichnet. Als Gewinn winken nicht nur Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro, eine Bürofläche im Green Alley Coworking Space in den Berliner Osram-Höfen sowie fachliche Unterstützung durch Netzwerke und Experten im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Beim Pitch geht es für die Start-ups auch darum, ob sich die eine oder andere Geschäftsidee für eine mögliche Unternehmensbeteiligung durch Green Alley oder eine Crowdfunding-Kampagne bei Seedmatch eignet.

Quelle: DWR eco GmbH