Altlasten-Verordnung: Schweiz will tieferen Sanierungswert für Quecksilber

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Altlastenfläche (Foto: ©Harald Heinritz / abfallbild.de)

Bern — Für mit Quecksilber belastete Standorte bei Haus- und Familiengärten in der Schweiz soll der Sanierungswert gemäss Altlasten-Verordnung von 5 mg/kg auf 2 mg/kg gesenkt werden. Bei tieferer Belastung sind keine Gefährdungen für spielende Kinder zu erwarten und deshalb keine Nutzungseinschränkungen notwendig. Das BAFU hat gestern die Anhörung zur angepassten AltlV eröffnet.

2010 wurde im Kanton Wallis, im Gebiet Visp-Niedergesteln, eine grossflächige Quecksilberbelastung der Böden entdeckt. Nebst landwirtschaftlichen Gebieten sind auch Böden in Wohngebieten betroffen. Der in der Altlasten-Verordnung (AltlV) festgelegte Sanierungswert für Standorte bei Haus- und Familiengärten, Kinderspielplätzen und Anlagen, auf denen Kinder regelmässig spielen, beträgt zur Zeit 5 mg/kg. Zwei vom Bundesamt für Umwelt BAFU in Auftrag gegebene Studien haben jedoch ergeben, dass bereits ab 2 mg/kg eine gesundheitliche Gefährdung von Kindern möglich ist. Deshalb schlägt das BAFU vor, den entsprechenden Sanierungswert der AltlV für Quecksilber auf 2 mg/kg herabzusetzen. Wird dieser Wert nicht überschritten, ist keine Gefährdung von spielenden Kindern zu erwarten.

Liegt die Belastung zwischen 2 und 5 mg/kg, müssen die kantonalen Behörden heute Nutzungseinschränkungen bei Haus- und Familiengärten oder Kinderspielplätzen verfügen. Mit der Anpassung der AltlV werden Sanierungsmassnahmen dieser Standorte bereits ab 2 mg/kg Quecksilber eingeleitet. Danach kann die Nutzung ohne Einschränkung und Risiko erfolgen.

Das BAFU hat den Entwurf der revidierten Altlasten-Verordnung am 9. September 2014 in die Anhörung geschickt. Sie dauert bis am 9. Oktober 2014.

Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU