IKB meldet: Nachfrage nach Gold schwach, nach Silber und Palladium enorm

1237
Goldbarren (Foto: © Rike / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die weltweite Goldnachfrage ist im zweiten Quartal 2014 um 16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Im Jahresvergleich reduzierte sich die Schmucknachfrage (-30 %) besonders stark, während die industrielle Nachfrage nur leicht sank (-4 %). Die geopolitischen Krisenherde kamen der investiven Nachfrage nicht wirklich zugute, urteilt die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Der Abbau der Nettopositionen bei ETF-Produkten (Exchange Traded Funds) ging auf niedrigerem Niveau weiter. Die physische Investitionsnachfrage verfehlte die Rekordwerte von 2013 erheblich. Angebotsseitig erhöhte sich die Minenproduktion (+13 %), während das Goldrecycling stagnierte. Der Goldpreis dürfte sich bis Ende 2014 weiter um 1.250 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Nachdem die Silbernachfrage 2013 ein neues Allzeithoch erreicht hat, zeichnet sich auch das erste Halbjahr durch einen Anstieg der industriellen Nachfrage aus. So sollen im Gesamtjahr die Orders aus der Photovoltaik und der Halbleiterindustrie jeweils um 9 bis 10 % zulegen. Auch die investive Nachfrage legte weiter zu. So wurden die Silber-ETFs um rund 7 Mio. Unzen aufgestockt. Das Minenangebot dürfte nach dem Zuwachs von 3,4 % im Jahr 2013 im laufenden Jahr aufgrund von Minenkapazitätserweiterungen etwas stärker zulegen. Nach dem Angebotsdefizit des Vorjahres ist 2014 ein ausbalanciertes Angebot vorherzusehen. Die IKB erwartet bis Jahresende 2014 eine Preisbewegung um rund 20 US-$/oz. mit einem Band von 3 US-$.

Der bisherige Jahresverlauf 2014 ist in erheblichem Umfang von den streikbedingten Produktionsausfällen in südafrikanischen Minen geprägt. Während sich die Minenbetreibern bei Platin gut bevorratet hatten, wurde Palladium knapp. Exakte Schätzungen über das Angebotsdefizit liegen noch nicht vor. Da zudem Palladium vermehrt anstelle von Platin im Pkw eingesetzt wird, ist auch die Nachfrage extrem robust. Daher verwundert es nicht, dass Preise auseinander driften und Palladium seine Höchststände seit mehr als einer Dekade erreicht. Daher erwartet de IKB Platinpreis bis zum Jahresende 2014 um 1.500 US-$/oz. mit einem Band von 250 US-$. Für Palladium ist bei einem Angebotsdefizit von bis zu 2 Mio. Unzen von einer Bewegung um 850 US-$/oz. (+150 US-$) bis Jahresende 2014 auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank