IKB: Sekundärkupfer-Produktion bis Mai um 7 Prozent gewachsen

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Kupfershredder (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Bis Ende Mai 2014 erhöhte sich die Kupferminenproduktion um rund 5 %. Infolge einer Ausweitung der Kapazitäten um 0,4 Mio. t lag die Auslastung der Minen bei gut 83 %. Die weltweite Primärraffinadeproduktion wuchs um 6,5 %, diejenige von Sekundärkupfer um gut 7 %. Der globale Verbrauch dagegen nahm sogar um 15,5 % zu, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Grund war primär die um 29 % höhere Nachfrage aus China. Aber auch ohne China betrug der Verbrauchsanstieg immer noch 6 %, in der EU lag er bei 18 %. Nachdem 2013 die weltweite Raffinadeproduktion 21 Mio. t betragen hat, wird diese 2014 auf 21,7 Mio. t anziehen. Trotzdem zeichnet sich jetzt nach 2013 ein erneutes Angebotsdefizit ab. Allerdings könnte dies im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfallen.

Der Abbau der Kupfervorräte an der LME hat sich weiter fortgesetzt. Zuletzt lagen diese um 148.000 t und damit bei weniger als der Hälfte des Jahresanfangs. Die Lagerbestände an der SHFE haben sich seit Jahresanfang auf nur noch 79.000 t reduziert und damit auch hier quasi halbiert. Die Bestände der COMEX haben sich leicht auf rund 28.000 t erhöht. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen nur noch für den Bedarf von gut vier Tagen. In Chile sind kurze Streiks angekündigt, was die Versorgung auch eher schwächt. Indonesien hat das Ausfuhrverbot für Kupfererze etwas gelockert, was chinesischen Hütten die Produktion erleichtert und etwas Druck aus der Preispipeline nimmt.

Der Kupferpreis hat sich im August 2014 weiter um die Marke von 7.000 US-$/t bewegt. Die investive Nachfrage hat wieder stärker zugenommen: Die Zahl der Handelskontrakte stieg um ein Viertel und liegt erheblich über dem Niveau vom Jahresende 2013. Aktuell wetten einige Fonds auf fallende Preise. Die physische Nachfrage wird von einer sehr starken chinesischen Nachfrage primär aus der ITK-Branche und der Automobilindustrie gestützt. Die neuen Kupferminenkapazitäten führen derzeit zu höheren Gestehungskosten je Tonne Kupfer. Zudem bergen die knappen Lagerbestände jedoch die Gefahr von Preisanhebungen. Bis Jahresende 2014 sieht die IKB weiter ein Preisniveau von 7.000 US-$/t mit einem Band von 400 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank