IKB: Investive Nachfrage nach Nickel seit Mai wieder beruhigt

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Foto: Wikimedia/René Rausch

Düsseldorf — Der weltweite Nickelmarkt wurde 2014 bisher maßgeblich von den indonesischen Exportbeschränkungen für NPI (NPI: Erze mit geringem Nickelgehalt) bestimmt, die bisher strikt umgesetzt werden. China ordert vermehrt nickelhaltigen Schrott zur Substitution. Trotz eines erwarteten Verbrauchsanstiegs dürfte es zu einem Angebotsüberschuss von bis zu 100.000 t bei Primärnickel kommen, schätzt die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Getragen wird dies von der Ausweitung der globalen Edelstahlproduktion. Seit Mai 2014 hat sich die investive Nachfrage nach Nickel nach ihrem explosionsartigen Anstieg wieder etwas beruhigt. Die Anzahl der Handelskontrakte liegt mit gut 203.000 aber unverändert auf sehr hohem Niveau. Die Lagerbestände an der LME sind weiter auf rund 329.000 t gestiegen. Sie entsprechen damit dem Bedarf von zwei Monaten. Wir erwarten daher bei den Nickelpreisen bis Ende 2014 Notierungen in einem Band von 2.000 US-$ je t um 19.000 US-$ je t.

Die Versorgung mit Ferrochrom ist unverändert sehr gut. Es dürfte sich 2014 ein hoher Angebotsüberschuss ergeben. Südafrika versucht, an China verloren gegangene Marktanteile wieder zurück zu gewinnen. Bei anziehender Edelstahlproduktion und korrespondierender Ferrochromnachfrage (+5  Prozent) übersteigen jedoch die Angebotsausweitungen den Nachfragezuwachs. Dies führt aktuell zu teilweise höheren Rabatten auf den Benchmark-Preis. Der Benchmark-Preis Chinas soll deutlich unter dem europäischen Niveau liegen. Der prognostizierte Angebotsüberschuss dürfte die Preise 2014 weiter niedrig halten. Bis zum Jahresende sireht die IKB eine Preisbewegung um 2 US-$ je lb in einer Bandbreite von 0,2 US-$ je lb.

Im ersten Quartal 2014 hat der globale Molybdänverbrauch um 7  Prozent zugelegt. Die Versorgung mit Ferromolybdän war im Verlauf des zweiten und Anfang des dritten Quartals 2014 knapp. Trotzdem konnten die Ferromolybdänpreise ihr Preishoch vom Mai 2014 nicht halten. Unverändert ist die eigentliche Molybdän-Nachfrage hoch und dürfte auch im weiteren Jahresverlauf stabil bleiben. Die Nachfrageerhöhung für Edelstahl sollte 2014 einen anziehenden Bedarf an Ferromolybdän bewirken. Produktionsausweitungen bei anderen Erzen (bei denen Molybdän als Kuppelprodukt vorkommt) bewirken jedoch wieder leichten Angebotsüberschuss. Dies spricht dafür, dass das zuletzt erreichte Preisniveau auf Dauer nur schwer zu halten sein wird. Die IKB sieht bis Ende 2014 den Ferromolybdänpreis bei rund 31 US-$/kg mit einer Bandbreite von 4 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank