Nur knapp 10%: Doktorarbeit untersucht Chancen für Recycling-Kunststoff im Auto

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Tachometer (Foto: © Rainer Sturm /http://www.pixelio.de)

Graz — Kunststoffe gehören im Auto längst zur fixen Ausstattung, Recycling-Material hingegen kaum. Dabei könnte es sowohl bei der Herstellung die Umwelt schonen als auch am Ende des Gebrauchszyklus wertvolle Rohstoffe liefern. Die Dissertation von David Schönmayr an der Uni Graz soll Möglichkeiten aufzeigen, wie die Verwendung wiederverwerteter Kunststoffe in der Fahrzeugindustrie erhöht, und damit die Kreislaufwirtschaft angeregt werden kann.

„Kunststoffe im Automobilsektor sind ein hoch kontroverses Thema“, weist Schönmayr auf die zwei Seiten der Medaille hin. „Einerseits ermöglicht die Leichtbauweise eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Andererseits verursacht die Produktion signifikante Treibhausgasemissionen, schädigt die Umwelt durch die Erdölgewinnung und steigert zudem die Abhängigkeit von politisch instabilen Ländern.“

Vor diesem Hintergrund setzt das Forschungsprojekt an, das David Schönmayr im Rahmen seiner Dissertation derzeit an der Uni Graz durchführt. Sein Ziel ist es, anwendbare und effiziente Lösungen für die Automotivindustrie sowie die Recycling- und Kunststoffwirtschaft zu entwickeln und die Nachhaltigkeit zu steigern. Schönmayr: „Die Technologie dazu ist bereits vorhanden und wird den hohen Anforderungen und Sicherheitsansprüchen in der Automobilbranche gerecht.“

David Schönmayr stellte sein Projekt im Rahmen eines Vortrages des „Forum Alpbach“ vor. Dabei  verwies er darauf, dass der Kunststoff-Anteil am Autogewicht derzeit noch bei 16 Prozent liegt. Nach seiner Schätzung wollen die Automobilhersteller diesen Prozentsatz bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen. Darüber hinaus  würden nur knapp zehn Prozent der eingesetzten Kunststoffe  wiederverwertet; elf Prozent landen in der Müllverbrennung, der Rest auf Deponien.

In seiner Arbeit, die er bis zum Herbst abschließen will, wird Schönmayr praktische Vorschläge liefern – etwa wie die Anwendung von recycelten Materialien in einem Serienfahrzeug gesteigert werden kann. Der Doktorand sieht auch eine Chance für den Standort Steiermark, sich als nachhaltiger Automobil-Cluster zu positionieren: „Wir brauchen eine Recycling-Renaissance.“

Quelle: Karl-Franzens-Universität Graz