Recylex im 1. Hj. 2014: Verluste gegenüber 1. Halbjahr 2013 um die Hälfte reduziert

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Quelle: Recylex Gruppe

Suresnes, Frankreich — Der Verwaltungsrat von Recylex SA hat am 27. August 2014 den Konzernabschluss für das erste Halbjahr 2014 zum 30. Juni 2014 festgestellt. Danach ist der Konzernumsatz auf 220,5 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Wachstum von 9% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das angepasste konsolidierte EBITDA ist positiv und beläuft sich auf 2,5 Millionen Euro gegenüber einem Verlust von 3,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013.

Diese Verbesserung erklärt sich im Wesentlichen durch die günstige Vergleichsbasis in den Geschäftsbereichen Blei und Zink (da es im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 keine Wartungsstillstände gab) und durch weitere Produktivitätsgewinne in der Bleihütte in Nordenham.

Betriebsverlust bei Blei nicht kompensiert

Die Gruppe verzeichnete im ersten Halbjahr 2014 einen laufenden Betriebsverlust von 8,3 Millionen Euro gemäß IFRS-Standards gegenüber einem laufenden Betriebsverlust von 15,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013. Damit hat Recylex ihren Betriebsverlust gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um praktisch die Hälfte reduziert. Das angepasste laufende Betriebsergebnis verbuchte einen Verlust von 2,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 gegenüber einem Verlust von 9,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013.

Die gute Wirtschaftsleistung des Geschäftsbereichs Zink konnte den Betriebsverlust im Geschäftsbereich Blei somit nicht vollständig kompensieren, obwohl sich das laufende Betriebsergebnis dieses Geschäftsbereichs erheblich verbessert hat. Aus diesen Gründen belief sich das Konzernnettoergebnis im ersten Halbjahr 2014 auf einen Verlust in Höhe von 8,0 Millionen Euro gegenüber einem Verlust von 15,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013; der Nettoverlust konnte somit um 50% reduziert werden.

Angespannte Liquiditätslage

Yves Roche, Vorstandsvorsitzender der Recylex Gruppe, erklärte: „Die Ergebnisse im ersten Halbjahr 2014 belegen die ersten Auswirkungen der eingeleiteten Maßnahmen und der von der Gruppe und ihren Teams erbrachten Leistungen. Aufgrund der günstigen Vergleichsbasis im Zusammenhang mit den Wartungsstillständen im Jahr 2013 müssen diese Ergebnisse jedoch relativiert werden. Die Rentabilität des Geschäftsbereichs Blei bleibt ungenügend und wird nach wie vor durch die zu hohen Beschaffungspreise belastet.“

Und er fügte hinzu: “ Recylex und ihre Tochtergesellschaften setzen ihre Bemühungen zur Verbesserung der Produktivität in diesem Bereich unvermindert fort. Im Weiteren hat sich die Gruppe angesichts der angespannten Liquiditätslage zum Ziel gesetzt, die Finanzierung des Nettoumlaufvermögens ab dem zweiten Halbjahr 2014 zu verbessern. Sie arbeitet an den Bestimmungen und Bedingungen eines ihr unterbreiteten Finanzierungsangebots, um die entsprechende Verhandlung am Ende des dritten Quartals 2014 abschließen zu können.“

Geschäftsbereich Blei mit Umsatzsteigerung

Vor dem Hintergrund rückläufiger Bleipreise belief sich der Umsatz im Geschäftsbereich Blei im ersten Halbjahr 2014 auf 167,0 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 11% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Werke zur Verwertung von Altbatterien in Frankreich und Deutschland haben 71 700 Tonnen Altbatterien verarbeitet. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 74 072 Tonnen, was einem leichten Rückgang von 3% entspricht. Aufgrund des äußerst milden Winters und der anhaltenden Überkapazitäten bei der Verarbeitung von Altbatterien auf dem europäischen Markt herrscht nach wie vor ein harter Konkurrenzkampf unter den Recycling-Unternehmen. Folglich verharren die Preise für Altbatterien auf einem zu hohen Niveau. Daher hat die Recylex Gruppe entschieden, künftig eine selektivere Politik hinsichtlich des verwertbaren Recyling- Materials anzuwenden.

Die Gruppe produzierte im ersten Halbjahr 2014 71 001 Tonnen Blei gegenüber 67 973 Tonnen im ersten Halbjahr 2013, was einem Anstieg von 4,5% entspricht. Dazu muss allerdings präzisiert werden, dass die Bleiproduktion der Gruppe im ersten Halbjahr 2013 die Produktion der belgischen Tochtergesellschaft FMM in Höhe von 5 400 Tonnen umfasste. In der Zwischenzeit wurde die Geschäftstätigkeit dieser Bleihütte per Ende 2013 endgültig eingestellt. Darüber hinaus kam es im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2013 in der Hütte in Nordenham im ersten Halbjahr 2014 zu keinem größeren Wartungsstillstand. Im Übrigen setzte diese Hütte ihre Bemühungen zur Produktivitätsverbesserung weiter fort.

Gewinnschwelle bei Blei nicht erreicht

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwar die industrielle Leistung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 erheblich verbessert, die Gewinnschwelle in diesem Geschäftsbereich jedoch im Wesentlichen aus folgenden Gründen nicht erreicht werden konnte:

  • Einbruch des Bleipreises im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013
  • Nach wie vor zu hohe Preise für Altbatterien
  • Rückgang der Hüttenlöhne pro Tonne Bleikonzentrat
  • Einbruch der Verkaufspreise von Nebenprodukten der Bleihütte (Schwefelsäure undSilber)

Geschäftsbereich Zink: Steigerung von 4%

Der Umsatz im Geschäftsbereich Zink belief sich im ersten Halbjahr 2014 auf 33,7 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 4% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Die Produktion von Zinkoxyden in der Norzinco GmbH verzeichnete eine leichte Umsatzsteigerung von 3% gegenüber dem ersten Halbjahr 2013, was im Wesentlichen auf einen leichten Anstieg des Verkaufsvolumens zurückzuführen ist. Was den Bereich der Verarbeitung von Staub von Elektrostahlwerken betrifft, haben die beiden Werke in Frankreich und in Deutschland 79 500 Tonnen Staub verarbeitet, was einer leichten Steigerung von 2% gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 entspricht. Dazu muss in Erinnerung gerufen werden, dass die Tochtergesellschaft Harz-Metall GmbH im ersten Halbjahr 2013 ihren großen Wartungsstillstand durchgeführt hat, woraus sich eine günstige Vergleichsbasis ergibt.

Der Geschäftsbereich Zink verzeichnete somit ein laufendes Betriebsergebnis von 1,4 Millionen Euro Gewinn im ersten Halbjahr 2014 gegenüber einem Verlust von 0,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013. Nach Rückgängigmachung der Anpassungen gemäß den IFRS-Standards 10 und 11 belief sich das laufende Betriebsergebnis auf 3,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 gegenüber 1,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013. Diese Verbesserung der Leistung dieses Geschäftsbereichs im ersten Halbjahr 2014 ist hauptsächlich dem leichten Anstieg des Zinkpreises und einer günstigen Vergleichsbasis zuzuschreiben.

Markt für Zinkabfall-Recycling schwierig

Im Geschäftsbereich des Recycling von Zinkabfällen (Produktion von Zinkoxyden) dürfte die Geschäftstätigkeit von Norzinco GmbH einerseits von der guten Verfassung der chemischen Industrie profitieren, insbesondere in Deutschland. Andererseits bleibt das Umfeld in Bezug auf die Beschaffungspreise für verwertbare Recyling-Materialien jedoch schwierig.

Was den Bereich der Verarbeitung von Staub von Elektrostahlwerken betrifft (Produktion von Wälzoxiden) dürfte sich die Leistung der Harz-Metall GmbH und der Recytech SA im zweiten Halbjahr 2014 erhöhen, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Verfügbarkeit der zu verarbeitenden Materialen ungefähr gleich bleibt.

Geschäftsbereich Spezialmetalle mit Umsatzrückgang

Der Geschäftsbereich Spezialmetalle verzeichnete im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatzrückgang von 5% auf 10,7 Millionen Euro. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die rückläufigen Verkaufsvolumen von hochreinem Arsen und Germanium zurückzuführen, da die Lage auf dem internationalen Halbleitermarkt schwierig bleibt.

In diesem Umfeld verpasste das laufende Betriebsergebnis knapp die Gewinnschwelle. Es verzeichnete einen Verlust von 0,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 gegenüber einem Verlust von 0,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013. Die weitere Erhohlung im Geschäftsbereich Spezialmetalle wird durch die Entwicklung der Nachfrage nach Halbleitern bestimmt werden, und in geringerem Ausmaß durch die Entwicklung des Euro/Yen-Wechselkurses, der sich zurzeit zugunsten der Konkurrenten von PPM Pure Metals GmbH entwickelt.

Quelle: Recylex SA