CoReCon: Mit Glasindustrie-Reststoffen Hydraulik-Werkstoffe verbessern

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Quelle: Technische Universität Bergakademie Freiberg

Freiberg — Eine neue Nachwuchsforschergruppe an der Professur für Glas- und Emailtechnik untersucht seit einigen Wochen,wie Reststoffe aus der Glasindustrie die physikalischen und chemischen Eigenschaften von hydraulisch gebundenen Werkstoffen (z.B. Beton) verbessern können. Hintergrund für das Projekt CoReCon (Corrosion Resistant Concrete) ist das große Einsparpotential, das langlebigere Baustoffe versprechen. So müssten hydraulisch gebundene Werkstoffe, die weniger anfällig für Korrosionsschäden sind, auch seltener saniert oder repariert werden.

Schließlich sind die Werkstoffe verschiedenen Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit, Temperatur sowie deren Wechseln ausgesetzt. Mechanisch werden die Werkstoffe durch die stetige Belastung angegriffen, chemisch durch Kohlenstoffdioxid, Luft und Taumittel und biologisch durch Moose, Algen, Wurzeln und Bakterien.

„So hat jeder Autofahrer mit den Auswirkungen der mangelhaften Frost-Tau-Widerstände auf deutschen Autobahnen zu kämpfen, wenn in jedem Frühling erneut die Schlagloch-Saison beginnt“, gibt Projektleiter Harald Erler ein anschauliches Beispiel. „Hier würde ein hydraulischer Werkstoff mit erhöhtem Frost-Tau-Wechsel langfristig die Kosten senken, weil vorzeitige Wartungs- und Reparaturarbeiten entfallen würden.“

Zusätzlich leistet die Nachwuchsforschergruppe um Harald Erler damit einen Beitrag zur nachhaltigen Abfallwirtschaft. Denn durch den Einsatz von Rest- und Abfallstoffen aus der Industrie wird nicht nur der Werkstoff verbessert, sondern zugleich ein Reststoff recycelt, für den es bislang keine Verwendung gab. Insgesamt soll ein einfacheres und preiswertes Verfahren entwickelt werden, welches die Dauerhaftigkeit der Werkstoffe langfristig verbessert.

Das Projekt CoReCon wird mit rund 800.000 Euro bis Ende 2014 aus Mitteln des ESF und des Freistaates Sachsen gefördert.

Quelle: Technische Universität Bergakademie Freiberg