IKB: Rohstoffpreise vor neuem Abwärtstrend?

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Quellen: Global Insight, LME; Grafik: IKB

Düsseldorf — Nachdem die deutsche Stahlproduktion dank eines starken Schlussquartals 2013 insgesamt stagnierte, dürfte sie nun um gut 4 Prozent zulegen. Der Weltaluminiumverband hat nachträglich die Produktionszahlen für 2012 um 2 Mio. t nach oben korrigiert; Grund war eine entsprechend höhere Produktion in China. Bis Ende Oktober 2013 ist trotz der kräftigen Erhöhung der Kupferminenproduktion und der Raffinadeerzeugung noch ein kleines Angebotsdefizit aufgelaufen. Das meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Für die globale Stahlproduktion sollte 2014 ein Zuwachs auf bis 1,7 Mrd. t möglich sein. Dies ist primär dem verbesserten konjunkturellen Klima geschuldet. Nachdem zu Jahresbeginn die Schrottpreise stagnierten, erwartet die IKB im ersten Quartal ein Plus von 5 Prozent. Die Erzpreise gingen geringfügig zurück. Sowohl die Weltstahlpreise wie auch diejenigen in Europa zogen im Schnitt um 1 Prozent an. In der Tendenz ergibt sich für die europäischen Flachprodukte im ersten Quartal noch ein Preisanstiegspotenzial von bis zu 3 Prozent; bei Langprodukten erwartet de IKB 2 Prozent.

Nach ersten Meldungen erfolgte 2013 nur eine Seitwärtsbewegung der Aluminiumproduktion. Für 2014 erwartet die Industriebank einen Anstieg auf bis zu 49 Mio. t. Die derzeit hohen Lagerbestände von 5,4 Mio. t an der LME begrenzen das Preisanstiegspotenzial. Zuletzt hat die investive Nachfrage wieder kräftig zugelegt. Die IKB sieht vorerst nur eine Seitwärtsbewegung sowohl für Primär- wie auch für Sekundäraluminium. Die Sekundäraluminium-Notierung dürfte jedoch wieder auf das Niveau von Primäraluminium zurückfallen. In der Tendenz bewegen sich die Preise im ersten Quartal 2014 um die 1.800 US-$/t in einem Band von 200 US-$.

Neben dem Angebotsdefizit bei Kupfer haben sich die Lagerbestände an der LME und der SHFE zurückgebildet; diejenigen an der Comex liegen unter 20.000 t. Für 2014 erwartet die IKB einen weiteren Nachfrageanstieg, jedoch auch einen Angebotsüberschuss. Dies begrenzt das Preisanstiegspotenzial. Allerdings hat die investive Nachfrage im Januar 2014 die An- zahl der Handelskontrakte um ein Viertel ausgeweitet. Risiken entstehen aus möglichen Lieferstörungen infolge von Streiks in Chile sowie indonesischen Exportbeschränkungen. In der Tendenz sieht die IKB in den nächsten drei Monaten eine Bewegung des Kupferpreises um die 7.300 US-$/t in einem Band von 300 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank