Studie: Generelles Bewusstsein in der Schweiz vorhanden, Littern zu vermeiden

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Littering ((Foto: ©Peter-Fenge /http://www.pixelio.de)

Zürich, Schweiz — Wie verhalten  sich Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Littering? Was  beeinflusst ihr Verhalten? Und welche Lehren können daraus für künftige Massnahmen gezogen werden? Die Studie “Littering in der Schweiz” des Wirtschaftsforschungs-Instituts FehrAdvice wurde auf verhaltensökonomischen Grundsätzen erarbeitet und deckt die sozialen Normen und individuellen Präferenzen auf, die das Littering-Verhalten der Bevölkerung beeinflussen.

Anhand eines breit angelegten, repräsentativen Online-Experiments mit insgesamt über 15000 Teilnehmenden konnten erstmals Schlussfolgerungen gezogen  werden,  wie „Verhaltenstreiber“ in unterschiedlichen Situationen und Kontexten ausgeprägt sind. So entstand ein „Röntgenbild“ des Littering-Verhaltens in der Schweiz, anhand dessen einerseits gezielt effektive Massnahmen für die unterschiedlichen Kontexte abgeleitet und andererseits aktuell diskutierte Massnahmen hinsichtlich ihrer Verhaltenswirkung beurteilt werden können.

Die Ergebnisse dieses Online-Experiments zeigen klar, dass unter anderem in der Schweizer Bevölkerung ein generelles Bewusstsein für die Problematik sowie eine generelle Bereitschaft, nicht zu littern, vorhanden sind. Außerdem existiert eine Norm des „Nicht-Litterns“ existiert, die diese Bereitschaft in hohem Masse positiv beeinflusst und dazu führt, dass ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung nicht massgeblich zur Littering-Problematik beiträgt. Des Weiteren kommt die Studie zur Erkenntnis, dass insbesondere die Situation (Zeit, Ort) und das soziale Umfeld, in welchem man sich zum Zeitpunkt des Litterns befindet, die Bereitschaft zum Littern beeinflussen.

Für eine wirkungsvolle Eindämmung von Littering zieht die Studie unter anderem den Schluss, dass keine Massnahmen eingeführt werden dürfen, die das generell vorhandene Bewusstsein für die negativen Konsequenzen von Littering beziehungsweise die Bereitschaft, nicht zu littern, d.h. die Norm des «Nicht-Litterns», untergraben. Um der Littering-Problematik  nachhaltig entgegenzutreten, müssen Massnahmen gegen Littering nicht nur direkt bei den Verursachern ansetzen, sondern frühzeitig die Weichen bei zukünftigen Generationen
stellen.

Nach Ansicht der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz ist eine Litteringgebühr aus verhaltensökonomischer Sicht potentiell kontraproduktiv. Sie steigert die Bereitschaft zu littern, weil man dafür vorgängig einen Preis bezahlt. Damit könnten im Endeffekt die Kosten für Entsorgung von Abfall im öffentlichen Raum ansteigen.

Die Studie kann unter littering-schweiz.ch heruntergeladen werden.

Quelle: FehrAdvice & Partners AG