Nährstoffe rückgewinnen: Österr. Umwelt-Bundesamt legt Bioabfallstrategie vor

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Biotonne (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Wien — Wie Ressourcen wie Stickstoff und Phosphor bestmöglich in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können, zeigt eine neue Bioabfallstrategie, die vom Österreichischen Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erarbeitet wurde. Denn biologische Abfälle, Klärschlamm und Tiermehl enthalten wichtige Nährstoffe, die derzeit nur teilweise recycliert und damit weiter genutzt werden können.

Biologische Abfälle bevorzugt vergären

Zu den biologischen Abfällen zählen Biotonnematerial, Grünabfälle, Küchen- und Kantinenabfälle. 75 Prozent dieser getrennt gesammelten Abfälle werden in Österreich kompostiert, 25 Prozent in Biogasanlagen behandelt. Hier orten die ExpertInnen Handlungsbedarf: Von den Bioabfällen, die kompostiert werden, ist ein relevanter Teil gut für die Vergärung in Biogasanlagen, also die Behandlung unter Ausschluss von Sauerstoff, geeignet. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, geeignete Abfälle bevorzugt zu vergären, um ihren Energieinhalt besser zu nutzen.

Klärschlamm nur für Monoverbrennungsanlagen

Im Jahr 2010 wurden 17 Prozent des anfallenden kommunalen Klärschlamms in der Land-wirtschaft eingesetzt. 43 Prozent des Klärschlamms wurden verbrannt, wobei der darin enthaltene Phosphor derzeit unwiederbringlich verloren geht. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt das Umweltbundesamt, dass Klärschlamm künftig nur in Monoverbrennungs-Anlagen thermisch verwertet werden und die anfallenden Aschen getrennt von anderen Abfällen abgelagert werden. Dies ermöglicht eine spätere Rückgewinnung des Phosphors. Zusätzlich soll die direkte Aufbringung von Klärschlamm in der Landwirtschaft bei Einhaltung definierter Qualitätskriterien weiterhin möglich sein.

Phosphor aus Tiermehl

Tiermehl wurde im Jahr 2012 zu 23 Prozent thermisch behandelt (in Zementwerken, in Kraftwerken, in Wirbelschicht- und Drehrohröfen), 17 Prozent wurden als Düngemittel eingesetzt, 1 Prozent als Tierfutter und 58 Prozent wurden exportiert. Um die Nährstoffe aus Tiermehl bestmöglich nutzen zu können,  empfiehlt das Umweltbundesamtes auch hier eine Verwertung in Monoverbrennungsanlagen. Dadurch kann die phosphorhaltige Asche unvermischt und getrennt von anderen Abfällen rückholbar abgelagert werden.

Die vollständige „Bioabfallstrategie“ kann unter umweltbundesamt.at  heruntergeladen werden.

Quelle: Umweltbundesamt, Österreich