Prix Metallrecycling: IGORA und Ferro zeichnen private Schweizer Sammler aus

1560
Kampagnen-Logo "100% Recycling, 0% Littering" (Grafik: IGORA Genossenschaft)

Zürich/Lausanne — Im Sammeln und Wiederverwerten von Gebrauchtem ist die Schweizer Bevölkerung zwar spitze, doch gibt es noch viele neue Wege und Ideen, die Sammelquoten zu steigern. Deshalb suchen die Recyclingorganisationen IGORA-Genossenschaft für Aluminium-Recycling und Ferro Recycling jeden Sommer drei vorbildliche Metallsammler, Preisträger wurden in diesem Jahr die Schule Hallau/Oberhallau, die Familie Zurfluh in Seedorf und die ETH in Lausanne. Die drei neuen Schweizer Meister im Metallsammeln erhielten jeweils 1000 Franken.

Mehr als 1,4 Kilo Aluminiumverpackungen und 1,6 Kilo Konservendosen aus Stahlblech – insgesamt drei Kilo Metallverpackungen – werden jährlich pro Einwohner in der Schweiz gesammelt. Die fürs Sammeln zuständigen Organisationen wollen noch mehr und sensibilisieren die Bevölkerung rund um die Uhr für ein umweltfreundliches Verhalten. Jedes Jahr schreiben sie dazu den Prix Metallrecycling für besonders aktive und kreative Sammler aus. Auch in diesem Jahr überzeugen die drei Gewinner mit ihren Sammeltaten durch und durch.

Go Green: Sammelbewegung in Hallau/Oberhallau

Bei den 15 Jugendlichen der 5. und 6. Klasse in den Schulen Hallau/Oberhallau ist das Aludosen-Sammeln ein Ritual. Das Projekt, genannt Go Green! löste über die sozialen Medien der Schule sowie über Mund-zu-Mund-Propaganda eine grosse Sammelbewegung in der Region aus. Ursprünglich im Klassenlager eingeführt, werden seit Anfang Jahr regelmässig die Strassen der beiden Dörfer von weggeworfenen Dosen gesäubert.

„Uns hat vor allem die Beteiligung der Bevölkerung überwältigt. Eine echte Sammeleuphorie ist ausgebrochen“, freut sich Tim Schriber, der Lehrer und Initiant des Projektes (im Bild hinten links). Viele Begeisterte – darunter auch das Spital Schaffhausen, die Busbetriebe und lokale Handwerksbetriebe – bringen nun ihre gesammelten Dosen freiwillig zur Schule, wo eine zentrale Sammelstelle eingerichtet ist. In der Freizeit werden die Dosen von den Kindern gepresst und dem regionalen Altstoffhandel abgeliefert. Go Green läuft seit Anfang Jahr und Insgesamt sind schon mehrere Hundert Kilo Aludosen zusammengekommen.

Neusammler: Familie Zurfluh aus Seedorf

Anfang März hat Mutter Michaela Zurfluh vom Prix Metallrecycling gelesen und war begeistert. Zusammen mit ihren drei Kindern entwarf die Familie ein Konzept, wie die Bevölkerung von Seedorf zum Alusammeln motiviert werden könnte. Das Spielhaus im Garten der Zurfluhs wurde zu einer Alu-Sammelstelle umfunktioniert, und die drei Kinder verteilten Flugblätter und machten Aushänge im Volg-Laden und in der Schule. Mit großem Echo: Viele Bewohner von Seedorf bringen regelmässig ihre leeren Metallverpackungen zu den Zurfluhs. „Für mich waren die letzten Wochen eine interessante Erfahrung“, sagt Mutter Michaela. „Einerseits sind unsere Kinder nun fürs Metallsammeln motiviert und andererseits freut mich die Begeisterung der Bevölkerung.“ Die Familie Zurfluh wird ihre Sammeltätigkeiten fortführen und zusätzlich im Sommer auch am See und an diversen Festen und Sportveranstaltungen nach leeren Aludosen Ausschau halten.

Perfektes Separatsammel-System: Hochschule Lausanne

In der eidgenössisch technischen Hochschule in Lausanne sind rund 14.000 Mitarbeitende und Studierende in 70 unterschiedlichen Gebäuden beschäftigt. „Umweltfreundliches Handeln nimmt in der Hochschule einen hohen Stellenwert ein“, betont Denis Monney, Verantwortlicher des Hausdienstes. Dazu zählt natürlich das Sammeln und Recycling von Wertstoffen: alles wird gesammelt von Alu über Lampen bis zum Toner. Weiter fallen viele Spezial-Abfälle an. Für den Unterhaltsdienst sind insgesamt 13 Mitarbeitende engagiert.
Über 100 dezentral aufgestellte Sammelpunkte, die von den Mitarbeitenden und den Studierenden rege gefüttert werden, sorgen für Ordnung und Sauberkeit. Bei Aluminium sind es vor allem Aludosen, die von den zahlreich aufgestellten Boxen oder Dosenpressen geschluckt werden. Konservendosen aus Stahlblech und Haushaltaluminium wie Kaffeekapseln, Tuben und Schalen (aus den Küchen und Kantinen) kommen direkt in die zentrale Sammlung, von der die Wertstoffe zu einem regionalen Recyclingbetrieb gelangen. Insgesamt liefert der ganze Campus jährlich 1,3 Tonnen Aluminium, wovon über 1,27 Tonne Aludosen, und rund 14 Tonnen an Konservendosen aus Stahlblech in die Wiederverwertung.

Quelle:  IGORA-Genossenschaft