IGE Hennemann hat Insolvenzantrag gestellt – Geschäftsbetrieb wird fortgeführt

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Quelle: IGE Hennemann

Lübbecke — Am 13.8.2014 hat die Geschäftsführung der IGE Hennemann Recycling GmbH beim zuständigen Amtsgericht Bielefeld Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Bielefeld hat am selben Tag Stefan Meyer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht, zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der IGE Hennemann Recycling GmbH bestellt.

Bei der IGE Hennemann mit Hauptsitz in Espelkamp (NRW) handelt es sich um einen nach neuesten Technologien ausgerichteten Verwertungs- und Entsorgungsbetrieb, der bundesweit tätig ist. In Espelkamp werden vier Standorte betrieben; daneben befinden sich Betriebsstandorte in Rippershausen (Thüringen), Halle (Saale) und Goslar. Zudem wird in Dortmund ein Vertriebsstandort betrieben.

Fokus auf Elektro- und Elektronikrecycling

Das mittelständische und inhabergeführte Unternehmen wurde 1985 in Espelkamp (Ostwestfalen) mit dem Geschäftszweck gegründet, Kommunen sowie Industrie- und Gewerbeunternehmen Gesamtentsorgungs-Konzepte anzubieten. Heute liegt der Tätigkeitsschwerpunkt des modernen Dienstleistungsunternehmens im Elektro- und Elektronikrecycling. Der Betrieb ist als Behandlungsanlage und (Zwischen-) Lager für Elektro- und Elektronik-Altgeräte bundesemissionsschutzrechtlich zugelassen und unterwirft sich als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb einer jährlich zu wiederholenden Auditierung durch unabhängige Sachverständige.

Die IGE Hennemann Recycling GmbH beschäftigt – bei einem Jahresumsatz von zuletzt rund 26 Mio. € in 2013 (rund 29 Mio. € in 2012) – aktuell 124 Mitarbeiter. Ende 2013 waren noch rund 170 Arbeitnehmer (inkl. Leiharbeitern) tätig.

Schwierigkeiten durch  Preisverfall

Ein wesentlicher Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gesellschaft ist nach heutigen Erkenntnissen der starke Preisverfall auf den internationalen Rohstoffmärkten im zweiten Halbjahr 2013, dem die IGE Hennemann Recycling GmbH aufgrund von vertraglichen Liefer- und Abnahmeverpflichtungen nicht in der erforderlichen Zeit begegnen konnte. Somit wurde das Geschäftsjahr 2013 mit einem erheblichen Verlust abgeschlossen. Ein bereits seit Anfang des Jahres 2014 implementierter, umfassender Sanierungs- und Restrukturierungsprozess hat außerhalb des Insolvenzverfahrens nicht mehr zum Turnaround führen können. Denn Ende Juli 2014 waren die finanzierenden Banken nicht mehr bereit, weitere für eine Restrukturierung/Fortführung notwendige Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, bzw. die bestehenden Kredite aufrecht zu erhalten.

Der Geschäftsführer der IGE Hennemann Recycling GmbH, Herr Klaus Hennemann, führt das Unternehmen nunmehr mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter und dessen eigenen Mitarbeitern uneingeschränkt fort. Lohn- und Gehaltszahlungen der Mitarbeiter sind bis auf weiteres durch Insolvenzgeldzahlungen der Agentur für Arbeit gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist derzeit damit befasst, eine Insolvenzgeldvorfinanzierung sicher zu stellen und insoweit dafür zu sorgen, dass die Insolvenzgeldauszahlungen schnellstmöglich erfolgen können.

Das operative Geschäft stabilisieren

Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es zunächst, das operative Geschäft auch nach Einleitung des Insolvenzverfahrens in den nächsten Wochen zu stabilisieren und das Vertrauen der Vertragspartner zu erhalten und wo nötig zurück zu gewinnen. Das mittel- und langfristige Ziel liegt dann in der Darstellung einer dauerhaften und nachhaltigen Fortführungslösung und damit in dem Erhalt von Unternehmen und einer möglichst hohen Anzahl von Arbeitsplätzen. Hierzu wurden bereits erste Verhandlungen mit den Kunden, Lieferanten sowie den beteiligten Banken geführt. Seitens der Gesprächspartner wurde dabei die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung des bereits vorinsolvenzlich eingeleiteten Sanierungs- und Restrukturierungsprozesses signalisiert. Eine Sanierungslösung wird aber ganz entscheidend davon abhängig sein, dass die Lieferanten sowie die Kreditgeber die unmittelbare Geschäftsfortführung, insbesondere eine Weiterbelieferung dauerhaft positiv begleiten.

Hierzu äußert sich der Geschäftsführer der IGE Hennemann wie folgt: „Ich hoffe, dass mit den Instrumenten der Insolvenzordnung das Unternehmen restrukturiert und erhalten bleiben kann. Es wäre sehr schön, wenn die 30-jährige Arbeit des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern in Espelkamp und an den anderen Standorten in sicherlich veränderter Form dann doch weiter gehen könnte“.

Optimistisch für Gelingen einer Sanierung

Rechtsanwalt Meyer in einer ersten Einschätzung zur Situation: „Das Unternehmen befindet sich in einem verhältnismäßig guten Zustand. Ich bin aus heutiger Sicht durchaus optimistisch, dass eine Stabilisierung des Geschäfts als Grundvoraussetzung einer Sanierung gelingen kann. Die Unterstützung aus dem Markt von Kunden, Lieferanten und Kreditinstituten wird für die Umsetzung einer Restrukturierungslösung gerade in den nächsten Wochen von entscheidender Bedeutung sein. Darum werden wir in den nächsten Tagen/Wochen intensiv werben.“

Die überörtliche Sozietät Meyer Rechtsanwälte Insolvenzverwalter ist an den Standorten Berlin, Hannover, Lübbecke, Münster und Osnabrück tätig. Die Sozietät verfügt über eine langjährige Expertise bei der Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen sowie auf dem Gebiet der Insolvenzverwaltung.

Quelle: Meyer Rechtsanwälte Insolvenzverwalter