Österreich erfasst Stand der Deponie-Abdeckung und -Gaserfassung

1501
Ehemalige Hausmülldeponie (Foto: ©Hans-Jürgen Czech, Lk Kitzingen / abfallbild.de)

Wien — Auf österreichischen Deponien, in denen in der Vergangenheit Abfälle mit hohem biologischem Anteil abgelagert wurden, muss laut Deponieverordnung 2008 eine temporäre Abdeckung errichtet werden. Dadurch sollen eine Steuerung des Wasserhaushaltes der Deponie ermöglicht und die erfassten Mengen an Deponiegas gesteigert werden. Durch die Erfassung und Behandlung des gebildeten Deponiegases können die Emissionen von treibhausgaswirksamem Methan reduziert und die Klimaziele insbesondere im Sektor Abfallwirtschaft unterstützt werden.

Basierend auf Fragebogenerhebungen beschreibt ein neuer Report den Stand der temporären Abdeckungen von Deponien sowie deren Aufbau. Insgesamt wurden 47 Deponieanlagen an 45 Standorten in die Erhebung einbezogen.Bei den Deponiestandorten handelte es sich sowohl um in Betrieb als auch außer Betrieb stehende Massenabfalldeponien. Von 42 Anlagen wurden verwertbare Informationen erhalten, wobei nicht jeder Fragebogen vollständig ausgefüllt wurde.

33 von 42 Deponien abgedeckt

19 Deponieanlagen verfügen über eine temporäre Deponieabdeckung. Davon wurden sieben vor Inkrafttreten der DeponieVO 2008 angelegt. 14 Deponieanlagen sind endgültig (bzw. größtenteils endgültig) abgedeckt. Bei acht Deponien werden auf die entsprechenden Kompartimente noch Massenabfälle abgelagert und sie verfügen daher derzeit über keine temporäre oder endgültige Abdeckung.

Der Aufbau der temporären Abdeckungen (Materialien, Schichtstärken) ist je nach Anlage sehr unterschiedlich und reicht von der Aufbringung von Humus oder Bodenaushubmaterial mit einer Schichtstärke von 50 cm bis hin zu einem mehrschichtigen Aufbau mit 2,5 m Mächtigkeit.

Erfasste Deponiegasmengen gesunken

Für die Jahre 2008 bis 2012 wurden zudem die erfassten Deponiegasmengen und die jeweiligen Behandlungswege erhoben.

Die erfasste Gasmenge sank seit 2008 von 39,16 Mio. m³ um rund 35 Prozent auf 25,4 Mio. m³ im Jahr 2012. Bei fünf von 42 Anlagen war die erfasste Gasmenge 2012 höher als im Jahr 2008.  Das im Jahr 2008 erfasste und behandelte Deponiegas enthielt ca. 10.900 Tonnen Methangas.Von 2008 bis 2012 fiel die über das Deponiegas erfasste Methanfracht um 34 Prozent auf rund 7.200 Tonnen.

Der komplette Report zum „Stand der temporären Abdeckung von Deponien und Deponiegaserfassung“ kann unter umweltbundesamt.at heruntergeladen werden.

Quelle:  Umweltbundesamt GmbH