CEN/TC 397: Sicherheitsnormen für alle drei Arten von Abfallpressen definiert

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Ballenpresse (Quelle: Archiv EU-Recycling & Sekundärrohstoffe)

Frankfurt/ Main — Reparaturen oder Wartungen an Abfallpressen führen immer wieder zu schweren oder gar tödlichen Unfällen. Um die Sicherheit der Beschäftigten an Abfallpressen zu erhöhen und unterschiedliche nationale Sicherheitsstandards auf eine europaweit anerkannte Basis zu bringen, haben europäische Arbeitsschutzinstitutionen und Hersteller Anfang 2009 begonnen, in einem eigens dazu gegründeten Projektkomitee CEN/TC 397 für Abfallpressen Sicherheitsanforderungen in insgesamt drei Normen zu formulieren.

CEN/TC 397 Ballenpressen

Vertreter aus 15 Ländern erarbeiteten in den zurückliegenden Jahren im Projektkomitee CEN/TC 397 „Ballenpressen – Sicherheitsanforderungen“, dessen Sekretariat vom Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik im VDMA gehalten wird, die nun fertiggestellten Normen. Schon in früher Projektphase war den Experten klar, neben den horizontalen Ballenpressen sind weitere Bauformen von Abfallpressen ebenfalls unfallträchtig und müssen in produktspezifischen Normen geregelt werden. Weiterführend sind dies die Ballenpressen, in denen der Pressstempel vertikal läuft so wie die Kompaktoren, bei denen das Material in einen angekoppelten Behälter verdichtet wird.  Da alle drei Maschinenarten spezifische Gefährdungen aufweisen, wurden drei europäische Projektteams (PT) eingerichtet, um zu den verschiedenen Pressentypen jeweils eine eigene Norm zu erarbeiten.

Für horizontale Ballenpressen

Grundlage für den Normungsantrag bei CEN waren die horizontalen Ballenpressen. Bereits im Juli 2010 beschloss das CEN/TC 397 die Veröffentlichung des Normentwurfs zur öffentlichen Umfrage. Die DIN EN 16252 „Maschinen zum Verdichten von Abfällen oder recyclebaren Materialien – horizontal arbeitende Ballenpressen – Sicherheitsanforderungen“ ist bereits im März 2013 erschienen und im April 2013 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden.

Für Kompaktoren

Bei den Kompaktoren hatte das verantwortliche Projektteam die Gefahrenzone am Einfülltrichter im Blick. Denn immer wieder kommt es in der Praxis zu Unfällen, wenn das Bedienpersonal versucht Verstopfungen zu lösen. Das Projektteam hat die Arbeiten für dieses Normungsprojekt nach den horizontalen Ballenpressen gestartet.  Die DIN EN 16486 wird im Oktober 2014 erscheinen und voraussichtlich im ersten Halbjahr 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden.

Für vertikale Ballenpressen  

Fast zeitgleich mit den Kompaktoren startete das Projektteam zu vertikalen Ballenpressen mit der Normungsarbeit. Die Experten orientieren sich an dem Arbeitsentwurf für die horizontalen Ballenpressen und arbeiten in diesen die für vertikale Pressen spezifischen Gefährdungen, wie zum Beispiel ungesicherte Quetsch- und Scherstellen ein. Die DIN EN 16500 wird im November 2014 erscheinen und voraussichtlich im ersten Halbjahr 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden.

5-jährige erfolgreiche Zusammenarbeit beendet

Mit der Veröffentlichung der Normen endet damit eine dann fast 5-jährige, sehr intensive Arbeit des technischen Komitees CEN/TC 397 und der drei im CEN/TC 397 organisierten europäischen Arbeitsgruppen.

Die am Normungsprozess beteiligten Hersteller, Betreiber und Arbeitsschutzexperten sind sich einig, dass die Norm einen deutlichen Zuwachs an Sicherheit für die europäischen Anwender bringt. An allen Zugangspunkten zu Gefährdungsbereichen werden trennende Schutzeinrichtungen gefordert. Besonderer Wert wurde darauf gelegt zu verhindern, dass Personen in den Pressraum gelangen. Dies war in der Vergangenheit oft der Auslöser tödlicher Unfälle.

Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.