Von Sägespänen zu Kraftstoff: St1 Biofuels plant und baut Ethanolanlage

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Tanklaster (Foto: ©lichtkunst.73 / http://www.pixelio.de)

Helsinki, Finnland — North European Bio Tech Oy hat sich für den Bau einer Bioethanolanlage im Gewerbegebiet “Renforsin Ranta” im finnischen Kajaani entschieden. Die Anlage, die als Rohstoff Sägespäne aus der regionalen Industrie verwendet, wird von der Firma St1 Biofuels Oy geliefert, die außerdem für die Planung, Genehmigung sowie Koordination des Projekts verantwortlich ist und nach deren Fertigstellung die Anlage betreiben wird.Der Bau soll im Sommer 2015 beginnen; Mitte 2016 wird die Anlage dann voraussichtlich die Produktion aufnehmen. Die Produktionskapazität der Anlage liegt bei 10 Millionen Liter Bioethanol jährlich.

„Das Cellunolix®-Anlagenprojekt in Kajaani ist sowohl in technologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein wichtiges neues Geschäftsfeld für St1 Biofuels. Unsere Produktentwicklung auf der Basis von Sägespänen erlaubt es uns nun, Ethanol aus einem neuen nachwachsenden Rohstoff zu gewinnen, der nicht aus dem Lebensmittelbereich stammt. Dieses Projekt kann vervielfacht und auf Anlagen mit einer Jahresleistung von 50 bis 100 Millionen Litern ausgebaut werden. Das auf Sägespänen basierende Produktionskonzept hat ein äußerst bedeutendes Exportpotenzial“, sagte Patrick Pitkänen, Leiter des Bereichs Geschäftsentwicklung und Verkauf von St1 Biofuels.

Der finnische Investor des Projekts, NEB, ist ein mit der SOK Corporation und dem Energieunternehmen St1 – ein Unternehmen, das Anlagen zur Herstellung von Biokraftstoffen baut – verbundenes Unternehmen. NEOT, ein Schwesterunternehmen von NEB, ist das bedeutendste unabhängige Brennstoffbeschaffungsunternehmen im Ostseeraum. Es liefert Kraftstoffe an die größten finnischen Tankstellenketten – ABC, St1 und Shell –, die insgesamt fast 1.000 Tankstellen umfassen. Darüber hinaus baut das Unternehmen derzeit eine von St1 gelieferte Anlage in Göteborg, die Ethanol aus Abfällen und Rückständen der Lebensmittelindustrie produzieren wird.

„Indem wir unser eigenes Ethanol aus Abfällen und Rückständen erzeugen, stärken wir unsere Strategie zur Erfüllung der zunehmenden Biokraftstoffquote. Da wir ein Beschaffungsunternehmen sind, müssen wir die Verfügbarkeit wettbewerbsfähiger nachhaltiger Biokraftstoffe sicherstellen, wobei es immer wichtiger wird, eigene Produktionskapazitäten zu haben. Das Potential von Sägespänen und sonstigen Holzabfällen als Rohstoff für die Ethanolproduktion ist nicht nur in Finnland hoch, sondern auch in den anderen nordischen Ländern“, sagte der CEO von NEOT, Henrikki Talvitie.

Der zunehmende Umfang der Ethanolproduktion aus Abfällen und Rückständen unterstützt darüber hinaus die Klimastrategie Finnlands und senkt die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern. Das nationale Ziel lautet, bis zum Jahr 2020 20 Prozent des Energiebedarfs im Verkehrsbereich aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Das nahezu klimaneutrale aus Abfällen und Rückständen erzeugte Ethanol wird zur Herstellung von Kraftstoffen mit hohem Ethanolanteil für Flexfuel-Fahrzeuge sowie als Biokomponente in Benzin verwendet.

Die Cellunolix®-Anlage, die in Kajaani errichtet wird, hat ein Investitionsvolumen von insgesamt 40 Millionen Euro. 30 Prozent davon kommen aus einem Investitionszuschuss für Biokraftstoff produzierende Bioraffinerien des Arbeits- und Wirtschaftministeriums. Nach ihrer Fertigstellung wird die Cellunolix®-Anlage in Kajaani 15 bis 20 Personen direkt und weitere etwa 15 Personen indirekt beschäftigen. Während Produktentwicklung, Planung und Bau ist das Projekt mit einem Beschäftigungseffekt von rund 200 Personenjahren verbunden.

Quelle: BUSINESS WIRE